Ein geplatztes Eheversprechen führte in der Obersteiermark zu einem handfesten Familienstreit. Weil die versprochene Hochzeit seiner Tochter nicht zustande kam, forderte ein Armenier sein Hochzeitsgeschenk von der Familie des vorgesehenen Bräutigams zurück, berichtet die "Kleine Zeitung". Dabei eskalierte die Situation völlig.
Zunächst soll der Mann dem Vater des vorgesehenen Bräutigams gedroht haben, ihn und seine Familie umzubringen, falls er nicht zu einem Treffen komme. Eine Woche später soll er bei einer Auseinandersetzung mit einem Nunchaku-Stab (siehe Foto oben) auf den Mann eingeschlagen und ihn am Kopf verletzt haben. Anschließend bedrohte er ihn und dessen Sohn laut Anklage mit einer Schreckschusspistole.
Am Mittwoch musste sich der Angeklagte am Landesgericht Leoben verantworten. Warum er nicht einfach zur Polizei gegangen sei, wollte Richter Roman Weiß wissen. "Wir sind auch miteinander verwandt, ich wollte mich mit ihnen treffen und das Problem mit einem Gespräch lösen. Ich wollte nicht, dass es zu einer Auseinandersetzung kommt", erklärte der Mann über eine Dolmetscherin, berichtet die "Kleine Zeitung".
Für Verwunderung sorgte seine Erklärung zu den Waffen in seinem Auto. Neben einer Schreckschusspistole hatte er auch ein Messer, ein Tischbein und einen Nunchaku-Stab dabei. Die Gegenstände seien wegen seiner Arbeit auf einer Baustelle im Wagen gewesen. Den Nunchaku-Stab benutze er zur Therapie wegen seiner Schulterprobleme, sagte der Angeklagte. Der Richter ließ die Aussage unkommentiert.
Vor Gericht zeigte sich der Mann schließlich geständig. Das Urteil: zehn Monate Haft, davon ein Monat unbedingt, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
Weil er bereits einen Monat in Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde ihm diese Zeit angerechnet. Er durfte das Gericht als freier Mann verlassen. Der Nunchaku-Stab und die Schreckschusspistole wurden eingezogen. Seine bisherige Unbescholtenheit und das Geständnis wirkten sich strafmildernd aus.