Auf dem Rasen feierte Sturm Graz am Sonntag einen 6:1-Kantersieg gegen den GAK. Doch abseits des Spielfelds eskalierte die Lage. Pyrotechnik flog in Richtung gegnerischer Fans, Böller wurden gezündet. Am Mittwoch wurde bekannt: Die Polizei überlegte sogar, das Derby abzusagen! Das berichtet die "Krone".
Insgesamt gab es 133 Anzeigen, davon 18 strafrechtliche. Drei Polizisten erlitten ein Knalltrauma, als beim GAK-Fanmarsch Pyrotechnik in Richtung der Sturm-Anhänger geworfen wurde.
Auch wegen Raubes und gefährlicher Drohung wird ermittelt: Eine unbekannte Frau soll einem Opfer einen Fanschal vom Hals gerissen haben. Ein Mann wurde wegen eines Hitlergrußes wegen Wiederbetätigung angezeigt.
Schon beim Einlass der GAK-Fans flogen pyrotechnische Gegenstände in Richtung der Sturm-Sektoren. Einsatzleiterin Christine Krenn zog deshalb sogar eine Absage in Betracht, berichtet die "Krone". Es kam zu einer Besprechung mit der Bundesliga. "Alle Seiten haben dann aber kalmierend eingewirkt, und zum Glück ist es auch wirklich etwas besser geworden", erklärte Krenn.
Dennoch wurde erstmals der Stufenplan der Bundesliga aktiviert, der letztlich auch zur Absage führen kann. Sogar eine Räumung des GAK-Sektors stand im Raum.
Schon am Donnerstag, 22. Oktober, steht Graz der nächste Großeinsatz bevor. Sturm empfängt Olympique Marseille in der Europa League. Die UEFA stuft die Partie als Hochrisikospiel ein. Rund 1.000 französische Fans werden erwartet, ein Wasserwerfer steht bereit.
Autofahrer aufgepasst: Ab 15.30 Uhr marschieren die Marseille-Fans von der Oper über den Jakominiplatz, die Conrad-von-Hötzendorf-Straße und die Münzgrabenstraße zum Stadion. Es drohen massive Verkehrsbehinderungen und Staus. Die Polizei erlaubt den Fanmarsch bewusst, um die Anhänger gesammelt zum Stadion begleiten zu können. Auch französische Beamte unterstützen den Einsatz.