Sportlich lief es für Alexander Zverev bei den US Open ausgezeichnet, doch eine Eigenheit des Deutschen sorgt bei seinen Gegnern zunehmend für Frust. Der Grund: Vor allem vor seinem zweiten Aufschlag lässt sich der 29-Jährige besonders viel Zeit und tippt den Ball teilweise mehr als 20 Mal auf den Boden.
Was für Zverev offenbar zur Routine gehört, bringt seine Konkurrenten aus der Fassung. Nach dem Turnier meldete sich Finalgegner Ben Shelton zu Wort: "Ich sollte nicht gezwungen sein, schon an der Linie zu warten, wenn er den Ball 20- bis 25-mal auftippt. Er prellt den Ball nie weniger als zehnmal."
Auch Karen Khachanov, den Zverev im Halbfinale besiegte, störte die Vorbereitung. "Das nervt nicht nur mich, sondern natürlich viele Spieler, weil es so viel Zeit kostet. Man weiß gar nicht, wie man sich auf den Aufschlag vorbereiten soll."
Jetzt mischt sich auch die frühere Doppel-Weltranglistenerste Rennae Stubbs in die Debatte ein – und wird noch deutlicher als Zverevs Gegner.
"Was machen wir hier eigentlich? Letztes Mal waren es 25 Aufpraller, diesmal waren es 12. Ich finde, wir müssen mal anfangen, ihn dafür bloßzustellen. Fangt einfach an, ihn beim zehnten Aufprall auszubuhen", fordert die Australierin in ihrem Podcast.
Für die vierfache Grand-Slam-Siegerin im Doppel ist Zverevs langes Balltippen sogar "eine Schande".
Die Diskussion könnte nun auch Folgen für das Regelwerk haben. Shelton brachte eine Shotclock für den zweiten Aufschlag ins Spiel. Damit wäre auch dort klar geregelt, wie lange sich ein Spieler Zeit lassen darf.
Auch Boris Becker sieht Handlungsbedarf. Die deutsche Tennis-Legende sprach in seinem Podcast mit Andrea Petković ebenfalls über Zverevs Ritual und hält eine Anpassung der Regeln für notwendig.