Die Polizei zieht bei E-Autos im Streifendienst die Notbremse. Ein Testprojekt des Innenministeriums kommt zum Schluss, dass sich Elektrofahrzeuge für den regulären Einsatz nur bedingt eignen – das Projekt wird nun beendet, berichtet die "Kronen Zeitung".
Seit Jänner 2024 waren im Rahmen des Projekts "Tron" insgesamt 24 Elektroautos unter realen Bedingungen im Einsatz. Getestet wurden unterschiedliche Modelle, darunter VW ID.3 und ID.4 sowie ein Porsche Taycan für den Autobahndienst. Die Fahrzeuge waren in Tirol, Salzburg, Niederösterreich und Wien unterwegs.
Nun liegt eine erste Bilanz vor. "Die bisherigen vorläufigen Testergebnisse zeigen, dass E-Fahrzeuge für den operativen Polizeieinsatz nur eingeschränkt geeignet sind", teilte das Innenministerium gegenüber der Tageszeitung mit. Das Projekt werde daher mit Jahresende eingestellt.
Als Gründe nennt das Ressort unter anderem Probleme bei der Ladeinfrastruktur und das hohe Gesamtgewicht durch die spezielle Polizeiausrüstung. Zudem fehlt es laut Ministerium an Platz für das notwendige Equipment. Auch die Höchstgeschwindigkeit der eingesetzten VW-Modelle von 160 km/h sei für Verfolgungsfahrten ein limitierender Faktor.
Ganz abgeschrieben sind E-Fahrzeuge damit aber nicht. "Positiv beurteilt wird aktuell lediglich der Einsatz als Botenfahrzeuge außerhalb des polizeilichen Einsatzgeschehens. Diese Einschätzungen decken sich teilweise auch mit den Erfahrungen anderer Blaulichtorganisationen", heißt es gegenüber der "Krone".
Gleichzeitig kündigt das Ministerium an, die Entwicklung weiter im Blick zu behalten: "eine laufende Marktbeobachtung erfolgen, da im Bereich alternativer Antriebsformen weiterhin mit raschen technischen Weiterentwicklungen zu rechnen ist."
Ein Comeback von E-Autos im Polizeidienst ist damit zumindest nicht ganz ausgeschlossen.