Beschwerde-Flut

"Einige Spezielle" – Feuerwehr-Mann macht Ärger Luft

Gestapelte Fahrzeugwracks sorgen in Bairisch Kölldorf für Ärger. Anwohner beschweren sich über den Anblick des Feuerwehr-Übungsareals.
Newsdesk Heute
25.08.2026, 22:39
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

In Bairisch Kölldorf, einem Ortsteil der Gemeinde Bad Gleichenberg in der Südoststeiermark, sorgt ein ungewöhnlicher Anblick für Gesprächsstoff: Auf einem Grundstück im Ortskern stapeln sich derzeit mehrere havarierte Fahrzeuge. Manche fühlen sich offenbar optisch belästigt, andere sehen darin eine Verschandelung des Ortsbilds.

Die Freiwillige Feuerwehr Bairisch Kölldorf kontert: Das ist kein Schrottplatz, sondern ihr wichtiges Übungsareal, das vom Besitzer großzügigerweise zur Verfügung gestellt wurde.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

In einem viralen Facebook-Video mit mehr als 300.000 Aufrufen spricht Brandmeister Patric Neumeister Klartext: "Wir wissen, wenn man da direkt auf der Landesstraße daran vorbeifahrt, dass des wirklich keinen schönen Anblick macht... Das war’s davor ohne die Fahrzeuge aber auch schon nicht – so ehrlich muss man sich sein! Aber, für einige ist das jetzt ein gefundenes Fressen, damit man wieder etwas hat, worüber man sich aufregen und anderen Leut‘ die Ohren vollsudern kann", macht er seinem Ärger Luft.

Deshalb möchte er diesen "einigen Speziellen" und auch den restlichen Einwohnern des Ortes etwas mitgeben: "Ich hoffe, der eine oder andere nimmt sich das auch zu Herzen."

Denn hinter den gestapelten Autos steckt ein konkreter Ausbildungszweck, wie er erklärt. Die Feuerwehr übt dort einmal pro Woche für die technischen Hilfeleistungstage 2026, kurz THL-Tage. Die Veranstaltung findet heuer im 330 Kilometer entfernten Altenschlag im Mühlviertel statt.

Dabei gehe es nicht um einen klassischen Bewerb, sondern um eine Art Lehrveranstaltung. Die Teams sollen dort ihr Können zeigen, Schwächen erkennen und ihren Horizont im Bereich der technischen Menschenrettung erweitern.

Blick von der L219 Kölldorferstraße auf das Areal: Zwischen den beiden Gebäuden sind die scheinbar störenden Übungswracks der Feuerwehr (nicht im Bild) aufgeschlichtet.
Google Street View

Ehrenamtliches Engagement

Geübt werden unter anderem Schnitttechniken mit hydraulischem Rettungsgerät, das schnelle Stabilisieren von Unfallfahrzeugen, das Erkennen von Verletzungsmustern, die interne Kommunikation und die Übergabe an den Rettungsdienst. Auch der Umgang mit Elektrofahrzeugen und Gefahrengut wird trainiert.

Neumeister betont, dass die Feuerwehrleute das alles freiwillig und ehrenamtlich machen. "Woche für Woche, drei bis vier Monate lang. Damit EURE Überlebenschance bei einem schweren Verkehrsunfall um ein Vielfaches erhöht wird."

Für die Kritik am Anblick der Wracks zeigt die Feuerwehr zwar Verständnis, bittet aber zugleich um Rücksicht. Es sei ohnehin schwierig, geeignete Plätze für solche Übungen zu bekommen. Um die Situation zu entschärfen, überlegt die Feuerwehr laut Neumeister, einen Zaun mit Sichtschutz aufzustellen.

Dauerhaft bleiben sollen die Fahrzeuge nicht. Nach Abschluss der technischen Hilfeleistungstage Ende September und einer großen Monatsübung sollen die Wracks vom Schrotthändler abgeholt werden. "Das Ganze da wird wieder alles abgebaut, rückgängig gemacht und dann ist das alte Dorfbild wieder hergestellt. Dann braucht sich keiner mehr belästigt fühlen", so Neumeister.

Bis dahin appelliert die Feuerwehr an die Bevölkerung, den Zweck hinter dem unschönen Anblick zu sehen: Die Wracks im Ortskern sollen im Ernstfall helfen, Leben zu retten. "Und genau deshalb bitte ich da a bisserl um Verständnis für das Ganze. Dankeschön! Eure Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 25.08.2026, 22:42, 25.08.2026, 22:39