Die USA haben ihre letzten Soldaten aus dem Irak abgezogen. Das US-Militär bestätigte am Mittwoch den vollständigen Abzug seiner Truppen und Ausrüstung. Damit endet der 2014 gestartete Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).
"Dieser Meilenstein spiegelt den Erfolg einer zwölfjährigen Kampagne wider, durch die der IS als organisierte militärische Bedrohung im Irak und in der gesamten Region besiegt wurde", erklärte das Pentagon.
Die Verantwortung für die Sicherheit des Landes liegt damit künftig vor allem bei der irakischen Regierung. Zu den größten Herausforderungen zählen weiterhin verbliebene IS-Zellen sowie mit dem Iran verbündete Milizen.
In den vergangenen Jahren waren noch rund 2.500 amerikanische Soldaten im Irak stationiert. US-Kräfte befanden sich unter anderem in der Kurdenregion im Norden des Landes sowie in Bagdad.
Der Abzug beendet ein besonders umstrittenes Kapitel der jüngeren Geschichte des Irak. 2003 waren die USA gemeinsam mit Verbündeten in das Land einmarschiert und hatten Machthaber Saddam Hussein gestürzt.
Die Regierung von US-Präsident George W. Bush hatte den Krieg unter anderem mit angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen begründet. Solche Waffen wurden später nicht gefunden.
2011 zogen die US-Truppen zunächst aus dem Irak ab. Nur drei Jahre später kehrten amerikanische Soldaten auf Bitten der irakischen Regierung zurück. Grund war der Vormarsch des IS, der damals große Gebiete im Irak und in Syrien unter seine Kontrolle gebracht hatte.
Der IS verlor in den folgenden Jahren sein Herrschaftsgebiet. Einzelne Zellen der Terrormiliz sind aber weiterhin aktiv.
Auch die Bundeswehr war seit 2015 am internationalen Kampf gegen den IS beteiligt. Der deutsche Einsatz im Nordirak wurde mit 30. September 2026 beendet. Das multinationale Camp in Erbil wurde an irakische Sicherheitskräfte übergeben. Eine spätere militärische Zusammenarbeit Deutschlands mit dem Irak ist allerdings weiterhin möglich.