Eigentlich kommen Wanderer auf die Wangalm im Tiroler Wettersteingebirge, um einzukehren und die Bergwelt zu genießen. Doch jetzt sorgen Bilder aus der Küche der beliebten Hütte für Aufregung. Darauf zu sehen: ein stark verschmutzter Herd, dreckiges Geschirr und ein Fußboden, der offenbar schon länger keine gründliche Reinigung mehr gesehen hat.
Die Aufnahmen wurden der "Kronen Zeitung" zugespielt. Der Pächter der Alm räumt ein, dass es in der Küche zeitweise so ausgesehen haben könnte, liefert dafür aber eine Erklärung.
Die Wangalm liegt auf 1.751 Metern Seehöhe in der Leutasch im Bezirk Innsbruck-Land. Erst im Frühjahr übernahm Nenad Despotovic, den viele unter dem Spitznamen "Ronaldo" kennen, kurzfristig die Pacht von der Gemeinde Telfs. Despotovic betreibt auch die Wildmoosalm.
Vor dem Start des Gastronomiebetriebs wurde gemeinsam mit der Gemeinde in die Infrastruktur der Wangalm investiert. Nach Angaben des Pächters steckte er selbst rund 50.000 Euro in Verbesserungen, berichtet die "Krone".
Auch eine Kontrolle durch die Lebensmittelpolizei habe es nach den Umbauarbeiten und noch vor der Eröffnung gegeben. Dabei seien laut Despotovic keine Mängel festgestellt worden.
Während der Sommersaison kamen allerdings immer wieder Vorwürfe auf, wonach es in der Küche der Alm an Sauberkeit gemangelt haben soll. Nun liegen Fotos vor, die einen wenig appetitlichen Eindruck vermitteln.
Zu sehen sind laut "Krone" unter anderem eine mit Gegenständen zugestellte Abwasch, ein stark verschmutzter Herd sowie schmutzige Pfannen. Auch benutzte Teller, Gläser und weitere Gefäße stehen auf der Arbeitsfläche. Dazwischen befindet sich eine Whiskyflasche.
Auf anderen Aufnahmen ist ein verdreckter Küchenboden zu erkennen. Wann genau die Bilder entstanden sind und ob die Küche zu diesem Zeitpunkt in Betrieb war, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Mit den Aufnahmen konfrontiert, verweist Despotovic auf Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung.
"Die Bilder stammen wohl aus der Zeit, als die Wasserleitung nicht funktionierte. Dann kann es schon einmal so aussehen, wenn viel Betrieb herrscht", erklärt der Pächter gegenüber der "Kronen Zeitung".
Für die Zustände entschuldigt er sich. Die Fotos dürften damit aus seiner Sicht eine Ausnahmesituation zeigen. Ob das tatsächlich der Fall war, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben nicht unabhängig feststellen.
Auch die Gemeinde Telfs, der die Wangalm gehört, wurde mit den Vorwürfen konfrontiert. Der zuständige Gemeindevorstand Norbert Tanzer gibt gegenüber der "Krone" an, die Küche bei seinen Besuchen stets sauber vorgefunden zu haben.
Dem stehen Berichte von Gästen und Augenzeugen gegenüber, die von mangelnder Hygiene erzählen. Die Angaben über die tatsächlichen Zustände während der Saison gehen somit auseinander.
Mittlerweile ist die Saison auf der Wangalm beendet. Am Sonntag sperrte die Hütte für dieses Jahr zu. "Heute wird geputzt", erklärte Despotovic der "Krone". Das Personal werde künftig nicht mehr auf der Alm sein.
Neben den Hygienebeschwerden kursierten offenbar auch Gerüchte über angeblichen Kokainkonsum auf der Wangalm. Diesen Behauptungen widerspricht der Pächter ausdrücklich. Belege für die Vorwürfe werden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Während die Wangalm bereits in die Winterpause gegangen ist, bleibt die Frage offen, wie es während der Sommersaison tatsächlich um die Hygiene in der Küche bestellt war.