Staatsschutz ermittelt

Schulsprecher-Kandidat sorgt mit Hitler-Rede für Wirbel

Ein Schüler der HTL Lienz wirbt auf TikTok mit einer Hitler-Rede für seine Wahl zum Schulsprecher. Nun ermitteln Polizei und Staatsschutz.
12.10.2026, 16:18
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Ein Wahlkampfvideo auf TikTok hat für einen Schüler der HTL Lienz nun Konsequenzen. Der Jugendliche wirbt darin für seine Wahl zum Schulsprecher – und verwendet als Tonspur eine Rede von Adolf Hitler. Mittlerweile ermitteln Polizei und Staatsschutz.

In dem Anfang Oktober veröffentlichten Clip sitzt der Schüler mit einem Käppi auf einem Moped und verspricht mehr Zusammenhalt, klarere Abläufe und weniger Stress an seiner Schule. Im Hintergrund läuft allerdings eine Hitler-Rede aus dem November 1933, die der NS-Diktator vor Siemens-Arbeitern in Berlin hielt.

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Darin ist von einer "kleinen, wurzellosen, internationalen Clique" die Rede. Solche Formulierungen nutzten die Nationalsozialisten, um Jüdinnen und Juden zu diffamieren.

Verdacht der Wiederbetätigung

Das Video wurde über 7.300 Mal aufgerufen und erhielt 162 Likes. Inzwischen ging bei der Polizei eine Anzeige wegen der Tonspur ein. "Die Ermittlungen laufen", bestätigt Polizeisprecher Stefan Eder gegenüber der "Tiroler Tageszeitung". "Es finden Befragungen statt." Im Raum steht der Verdacht der Wiederbetätigung.

Auch der Staatsschutz ist eingeschaltet. "Wir können bestätigen", heißt es seitens der DSN, "dass das Video bei der NS-Meldestelle eingelangt ist und weitere Schritte geprüft werden."

Schule zieht Konsequenzen

HTL-Direktor Alexander Kröll weiß seit Montagfrüh von dem Vorfall, möchte die laufenden Ermittlungen aber nicht kommentieren. Die Schule hat inzwischen einen eigenen TikTok-Account eingerichtet, um Beiträge ihrer Schüler besser im Blick zu haben.

"Wir müssen und möchten wissen, was unsere Schülerinnen und Schüler da posten", erklärt Kröll. "Vielleicht hätten wir das schon früher tun sollen."

Auch der Tiroler Bildungsdirektion ist der Fall bekannt. Eine Stellungnahme war zum Zeitpunkt der Anfrage der Tageszeitung noch ausständig.

red, Akt. 12.10.2026, 16:21, 12.10.2026, 16:18