Video empört

Osttiroler Schüler: TikTok-Wahlkampf mit Hitler-Rede

Wirbel an der HTL Lienz! Ein Schüler wirbt mit einer Hitler-Rede für seine Wahl zum Schulsprecher. Jetzt ermittelt sogar der Staatsschutz.
12.10.2026, 17:43
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Eigentlich wollte ein Jugendlicher aus Osttirol mit einem TikTok-Video Stimmen für die Schulsprecherwahl sammeln. Doch seine ungewöhnliche Wahlwerbung hat jetzt ein Nachspiel. Der Schüler verwendete für seinen Auftritt ausgerechnet eine Tonaufnahme von Adolf Hitler. Die Polizei ermittelt, zwei Jugendliche wurden bereits suspendiert, berichtet die "Tiroler Tageszeitung":

Hitler-Rede als Hintergrund

Auf den ersten Blick wirkt der kurze Clip völlig harmlos: Der Jugendliche sitzt mit einer Kappe auf einem Moped und präsentiert seine Ziele für die HTL Lienz. Mehr Zusammenhalt, bessere Abläufe und weniger Stress im Schulalltag verspricht der angehende Schulsprecher.

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Doch wer den Ton einschaltet, hört keine gewöhnliche Musik. Stattdessen läuft im Hintergrund eine historische Rede von Adolf Hitler aus dem November 1933. Darin hetzt der NS-Diktator gegen eine angeblich "kleine, wurzellose, internationale Clique". Die Formulierung steht im Zusammenhang mit antisemitischer NS-Propaganda.

Tausende sahen das Video

Der Anfang Oktober veröffentlichte Clip verbreitete sich rasch auf TikTok. Mehr als 7.300 Aufrufe und 162 Likes sammelte das Video. Doch die Aktion blieb nicht ohne Folgen.

Ein Internet-Nutzer meldete den Vorfall, daraufhin wurde Anzeige erstattet. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Laut Polizeisprecher Stefan Eder werden bereits Befragungen durchgeführt. Ob der Tatbestand der nationalsozialistischen Wiederbetätigung erfüllt ist und gegen wen sich ein konkreter Verdacht richtet, wird noch geprüft.

Auch der Staatsschutz ist eingeschaltet. Die zuständige NS-Meldestelle hat das Video erhalten und prüft weitere Schritte.

Zwei Schüler fliegen vorerst von der Schule

Die Bildungsdirektion Tirol reagierte bereits auf den Vorfall. Gleich zwei Schüler wurden suspendiert. Neben dem Kandidaten für die Schulsprecherwahl trifft die Maßnahme auch einen weiteren Jugendlichen, der offenbar an der Erstellung des Videos beteiligt war.

Damit hat die umstrittene Wahlwerbung für die beiden Schüler bereits erste Konsequenzen, noch bevor die behördlichen Untersuchungen abgeschlossen sind.

Schule zieht jetzt Konsequenzen

Auch an der HTL Lienz sorgt der Vorfall für Aufregung. Direktor Alexander Kröll wurde nach eigenen Angaben erst am Montagmorgen auf das Video aufmerksam. Zu den laufenden Ermittlungen möchte er sich laut "TT" vorerst nicht näher äußern.

Eine Konsequenz hat die Schule aber bereits gezogen: Die HTL hat nun selbst einen TikTok-Account eingerichtet, um besser mitzubekommen, welche Inhalte ihre Schüler auf der Plattform veröffentlichen.

"Wir müssen und möchten wissen, was unsere Schülerinnen und Schüler da posten", erklärt Kröll. Dass die Schule erst nach dem Hitler-Video auf TikTok aktiv wird, sieht der Direktor mittlerweile selbstkritisch. "Vielleicht hätten wir das schon früher tun sollen", räumt er ein.

red, 12.10.2026, 17:43