Eltern eines Terror-Opfers aus NÖ klagen jetzt Republik

Es ist fix: Die Behörden haben im Vorfeld des Terroranschlags in Wien schwere Fehler gemacht. Opfer und Angehörige klagen jetzt die Republik.  

Die Untersuchungskommission hat in ihrem Bericht grobe Mängel bei Verfassungsschutz und Justiz aufgezeigt. Nun machen die Eltern der Todesopfer Druck und Amtshaftungsansprüche geltend. Nach der Mutter der getöteten Kunststudentin aus Deutschland, die die Republik auf 125.000 Euro Schmerzensgeld verklagt ("Heute" berichtete), ziehen jetzt auch die Angehörigen eines getöteten jungen Mannes aus Korneuburg vor Gericht.

Ihr Anwalt, Mathias Burger, geht von "einem Fehlverhalten" der Behörden aus, "da Informationen vorlagen, dass der Attentäter Munition in der Slowakei kaufen wollte". Die Eltern des 21-Jährigen hätten durch seinen tragischen Tod psychische Beeinträchtigung erlitten, schildert der Jurist gegenüber der "Kronen Zeitung": "Unter Tränen hat mir die Mutter des Erschossenen erzählt, wie sehr sich ihr Sohn an diesem Abend freute, weil er einen neuen Job bekommen hatte. Er wollte deshalb mit Freunden feiern."

"Verdienen den Namen Entschädigung nicht"

Den Hinterbliebenen wurde bisher aber nur ein "Schmerzensgeld" in der Höhe von 2.000 Euro genehmigt, was oft nicht einmal die Begräbniskosten abdeckt. Deshalb fordert Burger neben diesen auch noch Schock- und Trauerschäden von 60.000 Euro ein. 

An einer anderen Front hat Rechtsanwalt Karl Newole in "Radio Wien" die Regierung bereits aufgefordert, einen 1,5 Millionen Euro schweren Fonds für Entschädigungen einzurichten. Newole, der selbst 16 Terroropfer vertritt, geht hart mit dem Staat ins Gericht: "Bisherigen Zahlungen verdienen den Namen Entschädigung nicht".

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