US-Präsident Donald Trump zeigt sich vor dem NATO-Gipfel ungewohnt optimistisch. Nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin ist er überzeugt: Die Chancen auf ein Ende des Ukraine-Kriegs stehen besser denn je. Gleichzeitig mahnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass dem Gipfel nun Taten folgen müssen.
"Präsident Putin will, dass es endet. Das kann ich Ihnen sehr deutlich sagen", sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Die USA stünden sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine in Kontakt. Eine Einigung sei "näher, als die Menschen glauben".
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wolle den Krieg beenden, betonte Trump. Große Hoffnungen setzt der US-Präsident nun auf den NATO-Gipfel. "Wir werden darüber sprechen, und ich glaube, wir werden es schaffen. Ich glaube, wir werden den Krieg beenden", erklärte Trump vor dem zweitägigen Treffen, das am Dienstag in Ankara beginnt.
Auch Selenskyj blickt mit Erwartungen auf den Gipfel. Dieser dürfe nicht nur "leere Worte" hervorbringen, sondern müsse konkrete Maßnahmen zum Schutz der Ukraine liefern, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.
Zuvor hatte Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew und das Umland erneut massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. Nach ukrainischen Angaben kamen dabei 22 Menschen ums Leben, rund 90 weitere wurden verletzt.
Zwar gelinge es der ukrainischen Luftabwehr, viele russische Drohnen und Marschflugkörper abzufangen, bei ballistischen Raketen gebe es jedoch weiterhin große Probleme. "Wenn die entsprechenden Abwehrmittel vorhanden sind, erzielen unsere Soldaten wirklich hohe Abschussquoten", sagte Selenskyj. Es fehle jedoch weiterhin an Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme – derzeit die einzige wirksame Verteidigung gegen Russlands ballistische Raketen.
Der ukrainische Präsident kritisierte zudem die aus seiner Sicht zu geringe Produktion der dringend benötigten Abwehrraketen. Die Ukraine könne Patriot-Raketen grundsätzlich selbst herstellen, benötige dafür jedoch Lizenzen und die Zustimmung der USA.