Sie überlebte Hamas-Massaker

Er dachte, sie sei tot – Ex-Geisel heiratet große Liebe

Am 7. Oktober 2023 flohen Eliya und Ziv vor dem Hamas-Terror in einen Bunker. Er wurde verschleppt – und dachte, niemand im Bunker würde überleben.
Nick Wolfinger
20.08.2026, 15:48
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Als Eliya Cohen (27) am 7. Oktober 2023 aus einem Schutzbunker nahe Re'im gezerrt wurde, glaubte er, seine große Liebe Ziv Abud (28) zum letzten Mal gesehen zu haben.

Fast drei Jahre später, am 19. August 2026, heiratete er genau diese Frau. Dazwischen lagen ein Massaker, 505 Tage Geiselhaft – und die quälende "Gewissheit", Ziv sei tot.

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Soldat warf sieben Granaten zurück

27 Menschen hatten sich auf der Flucht vor Hamas-Terroristen in einem winzigen Luftschutz-Bunker für 10 Personen versteckt, aus dem es kein Entkommen gab.

Unaufhörlich warfen die Angreifer Granaten hinein. Doch ganz vorne stand der 22-jährige Soldat Aner Shapira. Er war nicht im Dienst und unbewaffnet. Dennoch verteidigte er die Schutzsuchenden mit seinem Leben. Insgesamt sieben Granaten warf der Held aus dem Bunker zurück auf die Straße – bis ihn die achte tötete.

Die Terroristen zerrten die überlebenden Männer aus dem Bunker und verschleppten sie in den Gazastreifen. Danach feuerten sie noch mehrere Gewehrsalven in den Bunker. Für Eliya war klar: Seine Freundin konnte das nicht überlebt haben.

Sie überlebte unter Leichen

505 Tage blieb Eliya Geisel der Hamas – und 505 Tage glaubte er, die Frau verloren zu haben, die er heiraten wollte. Doch Ziv war nicht tot.

Unter einem Berg aus Leichen hatte sie den Angriff überlebt. Die Körper der Getöteten hatten Schüsse und Explosionen abgefedert und Ziv vor den Terroristen verborgen. Von den 27 Menschen im Bunker wurden 16 getötet. Sieben überlebten dort, vier weitere wurden lebend nach Gaza verschleppt.

Während Eliya in Gaza um sein eigenes Überleben kämpfte und um Ziv trauerte, begann sie draußen um ihn zu kämpfen. Noch am 7. Oktober sah sie im Krankenhaus ein erstes Bild von Eliya in Gaza: Sein Shirt war voller Blut, er wirkte verängstigt – aber er lebte.

Statt Brautkleid trug sie Ketten

Zu Purim 2024, dem jüdischen Fest, zu dem traditionell Kostüme gehören, setzte Ziv ein besonders eindringliches Zeichen. Denn was sie trug, war kein Kostüm: Es war ihr Brautkleid.

Eigentlich sollte sie darin einmal in Weiß mit Eliya unter der Chuppa stehen. Doch Ziv färbte das Kleid gelb – die Farbe der Solidarität mit den Geiseln. Sie legte sich Ketten um und befestigte Bilder der Verschleppten daran. Auf der Vorderseite trug sie ein blutendes Herz mit Eliyas Foto.

Woche für Woche demonstrierte Ziv für seine Befreiung. Sie wusste, dass Eliya den 7. Oktober überlebt hatte – aber nicht, ob er die Geiselhaft überstehen würde.

Eliya wiederum wusste nichts von Zivs Überleben. Er berichtete später von Hunger, Ketten und langen Monaten unter der Erde. Tageslicht bekam er kaum zu sehen. Ziv wartete auf Eliya. Eliya trauerte um Ziv – 505 Tage lang.

Die Totgeglaubte wartete auf ihn

Am 22. Februar 2025 endete Eliyas Gefangenschaft. Im Rahmen eines Abkommens wurde er freigelassen und nach Israel zurückgebracht. Dort wartete Ziv.

Für ihn war der Moment kaum zu begreifen: Die Frau, die er für tot gehalten hatte, stand plötzlich vor ihm. In der ersten Woche nach seiner Freilassung habe er Ziv Tag und Nacht angestarrt, erzählte er später. Er habe nicht gewusst, ob das alles wirklich real sei – oder nur ein Traum.

Schon vor dem 7. Oktober hatte Eliya einen Verlobungsring gekauft und wollte seiner langjährigen Freundin einen Antrag machen. Nach seiner Befreiung wartete er trotzdem: Er wollte Ziv erst fragen, wenn auch die anderen noch lebenden Geiseln wieder in Freiheit waren.

Im Oktober 2025 war es schließlich so weit. Eliya ließ ein Herz aus weißen Rosen aufstellen, ging vor Ziv auf die Knie und holte nach, was der Terrorangriff mehr als zwei Jahre zuvor verhindert hatte. Sie sagte Ja.

Jetzt trägt Ziv wirklich Weiß

Am Mittwoch, dem 19. August 2026, heirateten Eliya Cohen und Ziv Abud auf der Ronit Farm nördlich von Herzliya. Mehr als 1.000 Verwandte und Freunde feierten mit dem Paar.

Für Eliya war die Hochzeit ein Tag, den er während seiner Gefangenschaft nicht mehr für möglich gehalten hatte. "Es ist mit Abstand der glücklichste Moment meines Lebens", sagte er vor der Hochzeit. Jetzt stand sie endlich in Weiß vor dem Mann, der 505 Tage lang geglaubt hatte, sie sei tot.

{title && {title} } NW, {title && {title} } Akt. 20.08.2026, 16:55, 20.08.2026, 15:48