Klare Entscheidung am Amtsgericht Oslo: Marius Borg Høiby (29), Sohn von Mette-Marit, muss weiter im Gefängnis bleiben. Nach rund einer Stunde Anhörung und kurzer Beratung verkündet der Richter: Keine Entlassung, keine Fußfessel. U-Haft bis zur Urteilsverkündung Anfang Juni.
Dabei hatte Marius zuvor eindringlich geschildert, wie sehr ihn die Haft belastet. "Es ist ziemlich schwer", sagt er im Gericht. Er sitze im Osloer Gefängnis in Einzelhaft, habe kaum Kontakt zu anderen Menschen. "Ich habe große Probleme mit dem Schlaf und dem Appetit", klagt er weiter. Auch sein Gedächtnis mache ihm tagsüber zu schaffen. Die Isolation setze ihm sichtbar zu.
Sein Anwalt René Ibsen hatte beantragt, den 29-Jährigen mit elektronischer Fußfessel aus der Haft zu entlassen. Ein Haus auf dem Gelände von Skaugum wäre als Wohnsitz vorgesehen gewesen – eine zentrale Voraussetzung für diese Regelung. Selbst die Behörden stuften Marius in einem Bericht als "geeignet" ein.
Doch das Gericht bleibt skeptisch. Zu groß offenbar die Sorge, dass er sich nicht an Auflagen halten könnte. Denn: Mit einer Fußfessel hätte Marius zwar das Haus nicht verlassen dürfen – aber Zugang zu Handy und Internet gehabt. Genau darin sehen Nebenkläger ein Risiko, vor allem wegen bestehender Kontaktverbote.
Dass diese Sorge nicht unbegründet ist, zeigt ein Vorfall aus dem laufenden Verfahren: Trotz Kontaktverbot soll Marius einer Ex-Freundin Blumen geschickt haben. Für viele ein klares Warnsignal.
Im Gericht wirkt Marius gefasst, fast nüchtern – doch seine Worte zeigen, wie sehr ihn die Situation trifft. Auf die Frage, ob er die Konsequenzen eines Regelverstoßes verstehe, sagt er: "Ich habe eine sehr klare Botschaft erhalten: Es gibt keine zweite Chance."
Ein Detail sorgt im Saal für besondere Aufmerksamkeit: Marius spricht auch über eine kranke Person in seiner Familie, deren Besuch im Gefängnis schwierig sei. Auf Nachfrage des Richters bestätigt er, dass er seine Mutter meint.
Ein Detail sorgt im Saal für besondere Aufmerksamkeit: Marius spricht auch über eine kranke Person in seiner Familie, deren Besuch im Gefängnis schwierig sei. Auf Nachfrage des Richters bestätigt er, dass er seine Mutter meint.