Am Donnerstag in der Früh hat ein kräftiges Erdbeben der Stärke 4,4 die Region rund um den Supervulkan der Phlegräischen Felder nahe Neapel erschüttert. Viele Bewohner spürten die Erdstöße deutlich, zahlreiche Menschen wurden aus dem Schlaf gerissen.
Laut Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) lag das Epizentrum im Meer zwischen Bacoli und Pozzuoli, etwa drei Kilometer unter der Oberfläche. Nur sieben Minuten später folgte ein weiteres Beben mit einer Stärke von 2,1. Auch in den umliegenden Stadtteilen und Gemeinden waren die Erschütterungen zu spüren.
Wie der Corriere del Mezzogiorno berichtet, schilderten Anwohner in sozialen Medien ihre Eindrücke.
Ein Nutzer schrieb: „Es war unglaublich stark. Ich saß in der Küche, trank gerade einen Kaffee, und plötzlich fing die ganze Küche zu wackeln an.“ Auch aus anderen Stadtteilen beschrieben Zeugen das Beben als intensiv und von ungewöhnlicher Dauer.
Der Bürgermeister von Bacoli, Josi Gerardo Della Ragione, reagierte umgehend und ordnete die Schließung aller öffentlichen und privaten Schulen in seiner Gemeinde an.
Auch in Pozzuoli, Monte di Procida und Quarto blieben die Schulen laut Il Mattino am Donnerstag zu. Die Behörden ließen alle Schulgebäude auf mögliche Schäden überprüfen.
Das aktuelle Erdbeben zählt laut FR zu den stärksten, die jemals in der Region gemessen wurden. Lediglich bei den Beben am 13. März und am 30. Juni 2025 wurde mit einer Magnitude von 4,6 eine noch höhere Stärke registriert. Nach Informationen von NapoliToday gab es keine Verletzten, allerdings kam es zu Sachschäden, etwa durch den Einsturz eines beliebten Aussichtspunkts in Bacoli.
Die Region rund um den Supervulkan Campi Flegrei bleibt damit weiterhin unruhig. Bereits im November 2025 hatte eine Serie von Erdbeben die Bevölkerung verunsichert. Experten vermuten, dass Magmabewegungen im Erdinneren für die anhaltenden Erdstöße verantwortlich sind. Immer wieder werden Sorgen vor einem möglichen Ausbruch des Vulkansystems laut.