Ein unruhiger Start in den Sonntag für die Steiermark! Um exakt 6.37 Uhr wurde die Region nördlich von Mautern von einem Erdbeben erschüttert.
Die Messgeräte der GeoSphere Austria registrierten eine Magnitude von 2,5. Rund um das Epizentrum war das Beben deutlich spürbar, größere Auswirkungen blieben aber aus.
Nach bisherigen Informationen wurden weder Menschen verletzt noch Gebäude beschädigt.
Dass es ausgerechnet in diesem Bundesland zu Erschütterungen kommt, ist kein Zufall. Besonders das Mur- und Mürztal zählen zu den bekannten Erdbebengebieten Österreichs.
"Gerade das Mur- und Mürztal sind Erdbebengebiete", erklärte Maria-Theresia Apoloner von GeoSphere Austria bereits in der Vergangenheit gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Durchschnittlich werden in der Steiermark etwa neun Erdbeben pro Jahr verzeichnet. Meist bleiben diese ohne schwerwiegende Folgen. Statistisch gesehen treten jedoch ungefähr alle acht Jahre leichte Gebäudeschäden auf. Mit schweren Schäden ist etwa alle 40 Jahre zu rechnen.
Hinter den wiederkehrenden Erschütterungen stecken gewaltige Kräfte tief unter der Erdoberfläche. Die afrikanische und die europäische Erdplatte bewegen sich aufeinander zu. Dieser Prozess hat unter anderem zur Entstehung der Alpen geführt.
Durch die Bewegungen baut sich im Untergrund Spannung auf, die sich schließlich in Form von Erdbeben entladen kann.
"Gerade in den Ausweichregionen der Plattenüberlagerung muss jedoch die angestaute Energie entweichen – das passiert durch Erdbeben", erklärt Apoloner gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Dafür braucht es keine gewaltigen Verschiebungen. Bereits Bewegungen der Erdplatten im Millimeterbereich können ausreichen, um Erschütterungen auszulösen, die Menschen an der Oberfläche wahrnehmen.
Trotz der regelmäßigen Beben besteht laut der Expertin kein Grund zur Panik. In Österreich schreiben entsprechende Baunormen vor, dass Gebäude erdbebensicher errichtet werden müssen.
Auch das slowenische Atomkraftwerk Krško unterliegt strengen baulichen Sicherheitsvorschriften. "Der beste Erdbebenschutz ist im Gebäudebau verankert. Der Rest liegt im Bereich des gewöhnlichen Zivil- und Katastrophenschutzes", betont Apoloner im Gespräch mit der Tageszeitung.
Eine gewisse Vorsorge kann dennoch sinnvoll sein. Wasserflaschen, Taschenlampen und andere wichtige Vorräte für den Ernstfall zu Hause zu haben, ist jedenfalls nicht verkehrt. Das Beben bei Mautern am Sonntagmorgen blieb jedenfalls ohne gemeldete Schäden. Es zeigt aber einmal mehr, dass die Erde unter der Steiermark auch weiterhin in Bewegung ist.