Wer einen Urlaub über einen steirischen Tourismusverband gebucht hat, sollte derzeit besonders aufmerksam sein: Unbekannte haben Buchungsdaten abgerufen und nutzen diese offenbar für Betrugsversuche. In den vergangenen Tagen erhielten zahlreiche Gäste E-Mails, in denen sie über den Sicherheitsvorfall informiert wurden. Darüber berichtete die "Kleine Zeitung".
Anschließend könnten die Betroffenen betrügerische Nachrichten über WhatsApp erhalten. Darin werden sie offenbar aufgefordert, Kreditkarteninformationen preiszugeben oder Zahlungen zu leisten. Die Nachrichten können dabei einen Bezug zu einer tatsächlichen Urlaubsbuchung haben.
Aus den von den Tourismusverbänden verwendeten Buchungssystemen wurden Informationen zu Reservierungen abgerufen. Betroffen sind unter anderem Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und Reisedaten. Kreditkarten- und Bankdaten seien hingegen nicht betroffen.
Die Datenschutzbehörde wurde laut Tourismusverband Steiermark über den Vorfall informiert. Auch sämtliche Vermieterinnen und Vermieter seien bereits verständigt worden.
Die Betreiberfirma des Buchungssystems, Feratel, bestätigte den Vorfall. Ein direktes Datenleck bei Feratel habe es demnach allerdings nicht gegeben. Als mögliche Ursache stehen Dienstleistungen von Drittanbietern im Raum. Externe Datenforensiker wurden zur Unterstützung der internen IT-Experten hinzugezogen.
Der Vorfall beschränkt sich offenbar nicht auf die Steiermark: Auch vier Tiroler Tourismusverbände sowie mehrere Salzburger Tourismusverbände sollen mit Problemen zu kämpfen haben.
Betroffene sollten Nachrichten rund um ihre Urlaubsbuchung genau prüfen. Besonders bei Aufforderungen, persönliche Daten bekannt zu geben oder Geld zu überweisen, ist Vorsicht geboten. Im Zweifel sollte die Echtheit einer Nachricht direkt beim jeweiligen Tourismusverband oder Vermieter überprüft werden.