Roboter am Bodensee

Ernteroboter pflückt alle 6 Sekunden einen Apfel

Am Bodensee testet ein Forschungsteam einen Roboter, der reife Äpfel erkennt und im Sekundentakt erntet. Ab 2027 startet der Dauerbetrieb.
Digital  Heute
05.08.2026, 22:06
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Der Obstbau ist einer der letzten Bereiche der Landwirtschaft, in dem die Ernte noch fast vollständig von Hand erledigt wird. Anders als bei Getreide oder Mais ist ein Apfel druckempfindlich, hängt in wechselnder Höhe und reift am selben Baum unterschiedlich schnell.

Am Bodensee wurden allein 2024 rund 246.700 Tonnen Äpfel geerntet – das entspricht etwa 1,2 Milliarden einzelnen Pflückvorgängen. Genau hier setzt ein Forschungsprojekt an: Ein Ernteroboter auf Raupenketten fährt durch die Apfelplantagen und soll künftig alle sechs Sekunden einen Apfel pflücken und ablegen.

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Wie "Forschung und Wissen" schreibt, arbeiten mehrere Hochschulen aus Oberschwaben, Maschinenbauer und ein Obsthof in Kressbronn gemeinsam an der Entwicklung. Das vom Bundeswirtschaftsministerium mit über einer halben Million Euro geförderte Projekt "DigitAL AgraSys" erfasst mit Kameras Reifegrad, Größe und Position jeder einzelnen Frucht.

Künstliche Intelligenz erkennt reife Früchte

Der Verbund "AnnA" (autonome Ernte und Ausdünnung) arbeitet parallel an der eigentlichen Pflückaufgabe. Eine künstliche Intelligenz unterscheidet dabei aus Kamerabildern reife von unreifen Äpfeln. Entscheidend ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Schonung der Frucht – schon leichte Quetschungen mindern Lagerfähigkeit und Handelsklasse.

Damit der Roboter funktioniert, braucht es die sogenannte "Fruchtwand": Die Bäume stehen dabei dicht in Reihen, und die Früchte hängen weitgehend in einer Ebene. So kann die Bildverarbeitung Position und Reifegrad zuverlässig erfassen – anders als bei klassischen, frei ausladenden Obstbäumen, wo Früchte verdeckt hängen.

Dauerbetrieb ab 2027 geplant

Ein flächendeckender Einsatz ist noch nicht in Sicht. Ab 2027 soll der Roboter aber bei ersten Pilotkunden im Dauerbetrieb laufen. Bis dahin müssen noch Probleme wie wechselnde Lichtverhältnisse, Regen und Staub gelöst werden. Auch die Wirtschaftlichkeit ist offen – der Roboter muss sich gegen saisonale Arbeitskräfte rechnen.

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