Viel Lob, etwas Kritik

Erste Tests: So schlägt sich Apples erstes Falt-iPhone

Apple hat’s endlich gewagt. Am 23. Oktober geht das erste Falt-Modell des iPhone-Riesen in den Verkauf. Aber ist das Duo sein Geld wert?
Team Wirtschaft
10.09.2026, 14:09
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Lange hat Apple zugewartet und entwickelt. Jetzt ist das erste Falt-Smartphone aus Cupertino endlich da. Internationale Tech-Journalisten durften das iPhone Duo direkt nach der Keynote Mittwochabend Wiener Zeit bereits in die Hände nehmen. Wo Apple die Android-Konkurrenz alt aussehen lässt – und womit die Fachmedien nicht ganz so happy sind.

Samsung & Co. müssen sich warm anziehen

Jahrelang überließ Apple Rivalen wie Samsung, Google und Huawei das Feld der Foldables. Mit dem iPhone Duo wagt der Konzern nun den Schritt in die Falt-Ära – verlangt dafür allerdings auch stolze Preise. Die ersten Praxisberichte von US- und europäischen Fachmedien wie "The Verge", "ZDNET" und "TechCrunch" zeichnen ein klares Bild der Stärken und Schwächen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Beim ersten Ausprobieren zeigt sich demnach deutlich, was Apple besser gelöst hat als die Konkurrenz – nämlich den Knick in der Mitte. Denn: Der größte Kritikpunkt an bisherigen Foldables war stets die sicht- und spürbare Rille in der Bildschirmmitte.

Falz so gut wie nicht wahrnehmbar

Hier setzt Apple offenbar neue Maßstäbe, denn laut "The Verge" ist der Falz beim Überstreichen mit dem Finger nahezu nicht mehr zu ertasten. Erreicht wird das durch ein Scharnier aus über 100 Präzisionsteilen auf Kohlefaser-Basis, gleitende Schichten im Panel sowie eine matte Nano-Textur, die störende Lichtreflexionen an der Biegung fast völlig eliminiert.

Auch beim Formfaktor geht Apple einen anderen Weg als viele andere Mitbewerber, deren Geräte im geschlossenen Zustand oft wie klobige, extrem schmale Fernbedienungen wirken. Das iPhone Duo orientiert sich stattdessen an den Proportionen eines Reisepasses, wie Apple selbst in seiner Presseaussendung schreibt. Auch Samsung und Huawei haben jüngst Modelle mit vergleichbarem Formfaktor auf den Markt gebracht – was wohl kein Zufall war.

Dünnstes iPhone aller Zeiten

Geschlossen bietet das 5,4 Zoll große Display die gewohnte Haptik eines kompakten Smartphones zur einfachen Einhandbedienung. Geöffnet offenbart sich allerdings ein 7,6 Zoll großes Super-Retina-XDR-Panel, das 50 Prozent mehr Fläche bietet als ein iPhone 18 Pro Max und im 1:1,4-Seitenverhältnis Videos wie Texten gleichermaßen gerecht wird.

Zudem ist das Duo aufgeklappt mit nur 5,2 Millimetern das dünnste iPhone aller Zeiten. Erste Tester loben die edle Haptik aus Grade-5-Titan (eine extrem robuste Legierung). Ebenfalls die Nase vorn hat Apple beim Staub- und Wasserschutz.

Duo zeigt sich überraschend robust

Trotz beweglicher Mechanik schafft der Hersteller hier die Schutzklasse IP68, was bei Foldables nach wie vor Seltenheitswert hat. Auf der Softwareseite passt iOS 27 Navigation und Bedienelemente dynamisch an, wenn das Gerät im Laptop- oder Zelt-Modus aufgestellt wird, und unterstützt für Notizen und Skizzen auf beiden Bildschirmen den Apple Pencil.

Kein Platz für Dreifach-Kamera-System

Dennoch üben die Tester auch Kritik an Apples Erstling. Um ein derart dünnes Profil zu ermöglichen, mussten bei den Kameras Kompromisse eingegangen werden. Das iPhone Duo erbt deshalb nicht das Triple-Kamera-System des iPhone 18 Pro. Die unter dem Innendisplay versteckte Selfie-Kamera liefert zudem laut "ZDNET" eine spürbar schwächere Bildqualität, die aber für FaceTime-Calls ausreichen sollte. Noch keine Erfahrungen gibt’s zur vierten Cam, einer 12-MP-Selfiekamera, die hinter einer runden Aussparung im Front-Display steckt.

Abstriche bei Face ID, auch SIM-Slot musste weg

Was ein wenig schmerzt: Wegen der geringen Gehäusetiefe musste die zum Entsperren praktische Gesichtserkennung namens Face ID einem klassischen Touch-ID-Sensor im Power-Button weichen. Ebenfalls aus Platzgründen steckt im Duo nur noch eine eSIM, physische SIM-Karten werden weltweit nicht mehr unterstützt. Nicht verzichten muss man hingegen auf SOS (auch in Österreich) bzw. iMessage (derzeit nur USA, Kanada, Japan, Mexiko) via Satellit.

Spitzenmodell kostet 3.819 Euro

Die wohl größte Hürde für Interessenten: Mit Einstiegspreisen ab 2.319 Euro für 256 GB bis hin zu 3.819 Euro für die Spitzenkonfiguration mit 2 TB Speicher bleibt das Falt-iPhone ein echter Luxus, den sich wohl nicht jeder leisten kann oder leisten will.

Das erste Fazit der Fachwelt fällt jedenfalls überwiegend positiv aus: Apple hat demnach das Rad zwar nicht neu erfunden, aber die typischen Kinderkrankheiten der Konkurrenz rund um Knick und Gehäusespalt sowie Schutz gegen Staub und Wasser konsequent ausgebügelt.

Vorbestellung ab 16. Oktober möglich

Ob der massive Preis die Käufer abschreckt, wird sich ab dem 16. Oktober bei den Vorbestellungen und zum offiziellen Verkaufsstart am 23. Oktober zeigen.

tmw,Akt. 10.09.2026, 14:15, 10.09.2026, 14:09