Große Änderungen

Neuer AMS-Plan gilt für ALLE Menschen in Österreich

IHS-Chef Holger Bonin will, dass das AMS künftig auch Beschäftigten passende Stellenangebote schickt. Was sich alles ändern soll!
André Wilding
10.09.2026, 08:00
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Einmal im Jahr Post vom AMS - obwohl man längst einen Job hat: Genau das schlägt IHS-Chef Holger Bonin im Podcast "Geht so. Passt schon. Oder?" vor. Beschäftigte sollen künftig regelmäßig erfahren, welche anderen Stellen zu ihren Fähigkeiten passen und wo sich für sie bessere berufliche Möglichkeiten ergeben könnten.

Hinter der Idee steht der demografische Wandel. Weil die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in Pension gehen und dadurch weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, müsse Österreich seine vorhandenen Beschäftigten produktiver einsetzen, argumentiert der Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS).

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AMS soll nicht nur Arbeitslose vermitteln

Bisher konzentriert sich das AMS vor allem darauf, Menschen ohne Job wieder in Beschäftigung zu bringen. Bonin hält das angesichts der Veränderungen am Arbeitsmarkt für nicht mehr ausreichend.

"Lange Zeit war die Aufgabe: Wir müssen Arbeitslose wieder zurück in Beschäftigung bringen. Jetzt ist die Aufgabe: Wir müssen Beschäftigte in den besten Job bringen, den sie kriegen können", so Bonin.

Konkret könnte das AMS Arbeitnehmer einmal pro Jahr mit einem Newsletter über passende offene Stellen informieren. Bonin sieht es als staatliche Aufgabe, Beschäftigte über ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt aufzuklären.

"Die Menschen sind viel zu früh zufrieden mit dem, was sie haben, weil sie nicht wirklich wissen, was sie haben könnten", sagte der Ökonom.

IHS-Direktor Holger Bonin (Archivbild).
Helmut Graf

Mehr Konkurrenz um Arbeitskräfte

Dass Unternehmen dadurch stärker um Mitarbeiter konkurrieren müssten, wäre für Bonin kein unerwünschter Nebeneffekt, sondern Teil des Konzepts.

Video: "Unglaubliche Tricks" – AMS-Berater packt jetzt aus

"Als Volkswirt muss ich sagen: Genau das wollen wir. Wir wollen nicht, dass Jobs, die eben nicht so gut sind, erhalten werden. Wir wollen, dass die Menschen in die besseren Jobs kommen", erklärte der IHS-Direktor.

Gleichzeitig müssten berufliche Veränderungen besser abgesichert werden. Als eine Möglichkeit nennt Bonin eine stärkere steuerliche Berücksichtigung von Umzugskosten.

Neustart auch mit 45 oder 50

Auch die Vorstellung, einen einmal erlernten Beruf bis zur Pension auszuüben, hält der IHS-Chef nicht mehr für zeitgemäß. Weiterbildung und berufliche Neuorientierung müssten während des gesamten Arbeitslebens möglich sein.

"Dann lohnt es sich mit 45, mit 50 nochmal was Grundlegendes Neues zu lernen", betonte Bonin in dem Podcast.

Die aktive Arbeitsmarktpolitik sollte aus seiner Sicht deshalb nicht nur bei Arbeitslosigkeit eingreifen, sondern Menschen während ihres gesamten Erwerbslebens dabei unterstützen, beschäftigungsfähig zu bleiben.

Einen plötzlichen Einbruch am Arbeitsmarkt durch Künstliche Intelligenz erwartet Bonin nicht. KI könne Routineaufgaben übernehmen und gerade ältere oder weniger leistungsfähige Beschäftigte dabei unterstützen, produktiver zu arbeiten.

wil,10.09.2026, 08:00