Die internationale Krise rund um den Iran bereitet auch in Österreich zunehmend Sorgen. AMS-Chef Johannes Kopf schlägt am Samstag in der Ö1-Reihe "Journal zu Gast" Alarm und sieht ernsthafte wirtschaftliche Risiken.
Der Konflikt sei aktuell eine "veritable, ernstzunehmende Situation". Sollte sich dieser länger hinziehen, drohen laut Kopf deutliche Konsequenzen: "Wenn diese Krise lange dauert, dann werden wir aus meiner Sicht tiefer in die Rezession wieder schlittern."
In diesem Fall müsste auch die Arbeitsmarktpolitik reagieren. Maßnahmen wie Kurzarbeit schließt Kopf nicht aus. Selbst bei Unternehmen wie der AUA könnte das Thema wieder aktuell werden. Derzeit seien hohe Energiepreise allein aber noch kein ausreichender Grund dafür.
Neben der aktuellen Krise warnt der AMS-Chef auch vor langfristigen Entwicklungen. Der demografische Wandel werde massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Während Wien weiter wachse, dürfte die Bevölkerung in anderen Regionen Österreichs zurückgehen.
Auch die Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt grundlegend. Kopf spricht von einer "Riesenveränderung" und rechnet damit, dass Hunderttausende Jobs verloren gehen könnten. Gleichzeitig würden aber auch neue Berufe entstehen, die heute noch nicht absehbar sind. Als zentrale Antwort sieht er "Ausbildung und Weiterbildung".
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Positive Signale sieht Kopf hingegen bei einer Reform zu Jahresbeginn. Durch die Einschränkung von Zuverdienstmöglichkeiten während der Arbeitslosigkeit sei die Zahl der geringfügig Beschäftigten stark gesunken.
Gleichzeitig hätten mehr Menschen wieder eine reguläre Arbeit aufgenommen. "Das heißt, die waren bei dem Betrieb geringfügig beschäftigt und sind jetzt dort vollversichert. Das ist ein wirklicher Erfolg dieser Reform", sagt Kopf im ORF.