Startschuss in Oberndorf

Erstes Mega-Batterieprojekt in Salzburg gestartet

In Oberndorf bei Salzburg startet der Bau des ersten großen Batteriespeichers im Bundesland. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.
Digital  Heute
07.05.2026, 15:52
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In Oberndorf bei Salzburg ist der offizielle Startschuss für ein Energieprojekt gefallen, das für die Region eine Premiere markiert. Mit einem symbolischen Spatenstich beginnt der Bau des ersten Stand-Alone-Großbatteriespeichers im Bundesland Salzburg. Hinter dem Projekt steht das Unternehmen Blackvolt Energy, das den Speicher als wichtigen Baustein für die künftige Stromversorgung sieht. Die Anlage soll bereits im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen.

Sie wird mit einer Leistung von 18 Megawatt und einer Speicherkapazität von 36 Megawattstunden geplant. Die Batterie kann große Mengen Strom zwischenspeichern und bei Bedarf sehr schnell wieder abgeben. Das ist vor allem dann wichtig, wenn viel erneuerbare Energie ins Netz eingespeist wird, aber der Verbrauch gerade niedriger ist.

Beim Spatenstich in Oberndorf waren neben Vertreterinnen und Vertretern des Unternehmens auch politische Entscheidungsträger und die Gemeinde anwesend. Bürgermeister Georg Djundja sprach davon, dass die Entscheidung für das Projekt zeige, dass die Region ein attraktiver Standort für neue Technologien sei. Gleichzeitig betonte er laut Aussendung, dass Oberndorf damit einen Beitrag zur Energiewende leiste.

Schwankungen im Stromnetz ausgleichen

Auch auf Landesebene wird das Projekt positiv eingeordnet. Landesrat Maximilian Aigner erklärte im Rahmen des Termins, dass für eine erfolgreiche Energiewende mehrere Bausteine notwendig seien – von der Stromerzeugung über Netze bis hin zu Speichern. Der Batteriespeicher in Oberndorf sei ein Beispiel dafür, wie moderne Infrastruktur das Energiesystem stabilisieren könne.

Technisch gesehen soll der Speicher vor allem eines leisten: Er soll Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Wenn etwa viel Wind- oder Sonnenstrom produziert wird, aber nicht sofort gebraucht wird, kann die Energie zwischengespeichert werden. In Zeiten höheren Verbrauchs kann sie dann wieder eingespeist werden. Laut Projektbeschreibung reagiert die Anlage dabei innerhalb von Millisekunden auf Netzschwankungen.

Eine anschauliche Einordnung zeigt die Dimension: Eine vollständige Entladung des Speichers entspricht laut Projektangaben etwa der Energie, um rund 13.000 Tonnen Wasser um 1.000 Meter anzuheben oder um ein Elektroauto rund 180.000 Kilometer zu bewegen. Für Blackvolt Energy ist das Projekt in Oberndorf mehr als nur ein einzelner Speicher. Das Unternehmen mit Sitz in Wien und Steyr verfolgt eine größere Ausbauplanung.

Bis Ende 2026 sollen weitere Batteriespeicherprojekte folgen. Insgesamt wird eine österreichweite Entwicklung von mehreren hundert Megawatt angestrebt. Die Finanzierung des Projekts in Oberndorf wurde bereits zuvor aufgestellt. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um eine erstrangig besicherte Finanzierung im zweistelligen Millionenbereich mit der Raiffeisen-Landesbank Steiermark.

Im Hintergrund spielt auch ein internationaler Investor eine Rolle. Clarence Capital Partners ist an Blackvolt beteiligt und begleitet die Entwicklung. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben auf Energie- und Infrastrukturinvestments spezialisiert.

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