Es war das große Sommer-Rätsel: Zwei israelische Touristinnen aus Wien sind spurlos verschwunden. Mali und ihre Tochter Liel Yahalomi wurden von Spezialisten aus Österreich und Israel intensiv gesucht, Freitagabend wurden sie gefunden.
Aufnahmen der israelischen Polizei zeigen, wie sie in einem Bus in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires identifiziert werden. Sie reißen die Augen weit auf, man merkt, wie überrascht Mali und Liel sind, als sie in ihrer Landessprache angesprochen werden (siehe Foto).
Nach einer Befragung durften beide ihre Reise fortsetzen, das berichtet das israelische Portal ynet. Es bestehe kein Verdacht auf eine Straftat – obwohl die wildesten Gerüchte zuvor kursierten. Ein Polizeivertreter erklärte: "Die beiden sind aus eigenem Willen abgereist. Der Polizeivertreter stellte sicher, dass ihr Leben nicht in Gefahr war, dass sie nicht bedroht wurden und sie ihren Weg fortsetzen konnten."
Ein israelischer Polizist stieg zu den beiden in den Bus: "Hi Mali, hi Liel. Ich bin Walter, der Polizeivertreter in Südamerika, okay? Von der Geheimdienstabteilung der israelischen Polizei", sagte er zu ihnen. "Ich möchte euch ein paar Fragen stellen. Wir haben uns große Sorgen um euch gemacht, okay? Ich werde alle aus dem Bus holen und dann reden wir, okay?"
Die Suche nach den beiden Frauen hatte zuvor Österreich beschäftigt. Ihre Handys waren zuletzt am Samstagmorgen in der Nähe eines Wiener Bahnhofs geortet worden. Dieser befindet sich rund zwei Kilometer von jener Wohnung entfernt, in der sich die beiden in Wien-Margareten aufgehalten hatten.
Später teilten die österreichischen Behörden mit, dass die Frauen das Land aus eigenem Willen verlassen hätten. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen habe es nicht gegeben.
Berichten zufolge waren die beiden zunächst nach Deutschland gereist. Von dort sollen sie laut unbestätigten Angaben weiter nach Südamerika gelangt sein.
An der Suche waren zahlreiche Behörden beteiligt. Die israelische Spezialeinheit Lahav 433, die Geheimdienstabteilung der Polizei sowie internationale Stellen arbeiteten an dem Fall. Auch Europol und weitere Polizeiorganisationen waren eingebunden.
Laut israelischen Polizeivertretern gelang es Lahav 433 schließlich, entscheidende Informationen über den Aufenthaltsort der Frauen zu erhalten. Wenige Stunden später wurden Mali und Liel Yahalomi in Buenos Aires gefunden.
Am Mittwoch war über die Ermittlungen noch eine Nachrichtensperre verhängt worden. In sozialen Netzwerken kursierten daraufhin Gerüchte über einen möglichen Zusammenhang mit Malis Tätigkeit bei der Bank of Jerusalem. Die Aktie der Bank verlor zeitweise mehr als zwölf Prozent.
Die Bank wies Spekulationen über Unregelmäßigkeiten zurück. "Es wurden keine Erkenntnisse festgestellt, die auf ungewöhnliche Aktivitäten im Zusammenhang mit Geldern, Vermögenswerten oder Kundengeldern der Bank hindeuten", hieß es. Zudem bestehe "kein Verdacht auf eine Veruntreuung von Kundengeldern".