"Bis die Finger blau waren"

"Erziehung am Limit" – Marko kritisiert Verstappen

Helmut Marko spricht über Max Verstappens harte Kindheit und erklärt, wie die strenge Erziehung durch seinen Vater den Weltmeister geprägt hat.
Sport Heute
23.04.2026, 05:30
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Er ist und bleibt der "Doktor"! Auch nach seinem Abschied aus der Formel 1 ist Helmut Marko ein gefragter Mann im Motorsport. Zuletzt gab der Steirer bekannt, dass er Botschafter für das Formel-1-Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg wird. Im Interview mit der österreichischen Ausgabe der "Zeit" plauderte der 82-Jährige wieder einmal aus dem Nähkästchen und verriet die eine oder andere Anekdote aus dem Leben des vierfachen Weltmeisters Max Verstappen.

Harte Erziehung

Marko, der als Entdecker von Max Verstappen gilt, lobte die frühe Reife des Niederländers. Dieser wurde 2015 zum jüngsten Formel-1-Fahrer der Geschichte und zum ersten unter 18-jährigen Formel-1-Fahrer. Dies sei vor allem auf die harte Erziehung seines Vaters zurückzuführen. "Verstappen vermittelte den Eindruck, dass in seinem 15 Jahre alten Körper der Geist eines 25-jährigen Mannes steckt. Max hatte ein klares Ziel, das teilweise auf die äußerst effektvolle und harte Schulung durch seinen Vater zurückzuführen war."

Dabei kannte Jos Verstappen, der als Aktiver in der Formel 1 zweimal aufs Podest fuhr, keine Gnade mit seinem Sohn. Dass Max dafür schon einmal an einer Tankstelle ausgesetzt wurde, weil er einen Unfall verursacht hatte, ist im Fahrerlager eine legendäre Geschichte. Eine Erziehung, die Marko selbst als "am Limit" bezeichnete.

Eine Erziehungsart, die sich aber bis heute auszahlt. So sei Verstappen bei Regen heute bis zu zwei Sekunden schneller als die Konkurrenz. Das ist kein Zufall: "In der Nähe von Mailand, Richtung Gardasee, gibt es zwei Kart-Bahnen, da hat Max fahren müssen, bis seine Finger blau waren. Ob es nur zehn Grad hatte oder regnete, das spielte alles keine Rolle."

Marko als Förderer

Durch diese Art der Erziehung entwickelte Verstappen einen Ehrgeiz, der in der Formel 1 seinesgleichen sucht. Marko habe dies zuvor nur bei einem Fahrer erlebt: Sebastian Vettel. Marko entdeckte den vierfachen Weltmeister im Jahr 2004, als dieser 18 von 20 Saisonrennen in der Formel BMW für sich entscheiden konnte.

Ein Detail blieb ihm dabei besonders im Kopf: "Er war unzufrieden, dass er die beiden anderen nicht auch noch gewonnen hatte. Dieser unbändige Wille ist mir in Erinnerung." Dieser Wille macht Vettel und Verstappen zu zwei der besten Fahrer aller Zeiten. Auch dank der Hilfe von Helmut Marko.

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