Drastische Maßnahmen

"Es ist wie Covid 2.0" – Sorge nach Meningitis-Ausbruch

Nach mehreren Meningitis-Fällen in England spitzt sich die Lage weiter zu – die Regierung greift nun zu drastischen Maßnahmen.
Newsdesk Heute
19.03.2026, 21:12
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Premierminister Keir Starmer wandte sich am Mittwoch direkt an die Öffentlichkeit und forderte alle Menschen auf, die den Club "Chemistry" in Canterbury "am 5., 6. oder 7. März" besucht haben, sich umgehend zu melden und eine Behandlung mit Antibiotika in Anspruch zu nehmen. Laut Gesundheitsminister Wes Streeting lassen sich sämtliche bekannten Infektionen auf diese Diskothek zurückführen.

Die Entwicklung ist dramatisch: Eine 18-jährige Schülerin und ein 21 Jahre alter Student sind bereits gestorben. Weitere Infizierte befinden sich in kritischem Zustand im Krankenhaus. Gleichzeitig steigt die Zahl der Fälle weiter an – innerhalb von 24 Stunden von 15 auf 20, inzwischen wurden bereits 27 Infektionen registriert. 15 davon sind laut Gesundheitsbehörde UKHSA labortechnisch bestätigt, zwölf weitere werden noch untersucht.

Die UKHSA steht dabei zunehmend unter Druck: Kritik gibt es vor allem an der verzögerten Information der Öffentlichkeit. Die beiden Todesfälle wurden erst am Sonntag bekannt gegeben – zwei Tage nachdem die Behörde vom ersten Fall erfahren hatte.

Erster Fall auch in Frankreich

Inzwischen hat der Ausbruch auch internationale Auswirkungen: In Frankreich wurde ein erster Fall gemeldet. Der Patient war zuvor aus Kent zurückgekehrt, befindet sich laut Behörden jedoch in stabilem Zustand.

Besonders im Fokus steht die University of Kent in Canterbury mit rund 18.000 Studierenden. Mehrere Erkrankte stammen aus diesem Umfeld. Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits 700 Dosen Antibiotika an mögliche Kontaktpersonen verteilt. Zusätzlich läuft auf dem Campus eine kurzfristig eingerichtete Impfkampagne.

Die Unsicherheit unter Studierenden ist groß. Wegen der Situation wurden laut "Guardian" Präsenzprüfungen abgesagt und auf Online-Formate umgestellt. Viele junge Menschen reisen vorzeitig ab – auch mit Blick auf die bevorstehenden Osterferien Anfang April, die eine weitere Verbreitung der Krankheit begünstigen könnten.

"Es ist wie Covid 2.0"

Eine Studentin schildert die Stimmung vor Ort eindrücklich: "Es ist wie Covid 2.0. Viele Studierende sind weg. Drei meiner Mitbewohnerinnen sind bereits ausgezogen", erklärt sie gegenüber dem "Guardian". Viele würden Masken tragen, während zahlreiche Studierende mit Koffern zu den Bahnhöfen unterwegs seien, um die Stadt zu verlassen.

Zusätzliche Sorge bereitet ein weiterer Fall: Ein Infizierter lebt zwar in der Grafschaft Kent, erkrankte jedoch in London – ein Hinweis darauf, dass sich das Virus bereits über die Region hinaus ausgebreitet haben könnte.

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