Wenn Autoscheiben im Winter zufrieren, greifen viele Autofahrer zu Hausmitteln. Besonders Essig gilt in sozialen Medien und Ratgeberforen als schneller Trick gegen Eis. Doch ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl warnt vor dieser Methode.
"Essig senkt tatsächlich den Gefrierpunkt von Wasser, allerdings sollte man bedenken, dass es sich dabei immer noch um eine Säure handelt", erklärt der Experte. Gerade bei regelmäßigem Gebrauch könne Essig Materialien angreifen, Dichtungen schädigen oder langfristig Spuren auf Glas und Lack hinterlassen. Aus fachlicher Sicht eigne sich Essig daher höchstens als absolute Notlösung.
Unbedenklicher sei hingegen der Einsatz von Salz. "Das hat auch jeder zu Hause", so Kerbel. In einem Mischverhältnis von etwa sechs Esslöffeln Salz auf eine Kaffeetasse Wasser lasse sich eine Lösung herstellen, die Eis zuverlässig auflöse. Dennoch sei auch hier Vorsicht geboten, da Salz in größeren Mengen ebenfalls korrosiv wirken und insbesondere bei Kontakt mit Lack oder Metall Schäden verursachen könne.
„Essig senkt tatsächlich den Gefrierpunkt von Wasser, allerdings sollte man bedenken, dass es sich dabei immer noch um eine Säure handelt".“
Am wirkungsvollsten und zugleich materialschonendsten ist laut dem Experten jedoch klassischer Scheibenfrostschutz. "Wer noch Reste zu Hause hat, kann diese in eine Sprühflasche umfüllen – etwa in einen leeren Glasreiniger." Aufgesprüht auf die vereiste Scheibe wirke der Frostschutz ebenso effektiv wie handelsübliches Enteisungsspray.