Auch in den kommenden Tagen wird das Thermometer draußen kaum über die Nullmarke klettern – im Gegenteil. In der Nacht auf Montag (5. Jänner) soll das Quecksilber bis auf minus 22 Grad runterknallen. Während sich Winterfans über Schnee und Frost freuen, bedeutet die Kälte für viele Autofahrer vor allem Stress.
Vor der Fahrt muss oft erst mühsam Eis und Schnee vom Fahrzeug entfernt werden. Der ARBÖ erklärt, was in der aktuellen Kälteperiode hilft – und welche Fehler man besser vermeiden sollte.
No-Go:
Zugefrorene Autoscheiben mit heißem Wasser aufzutauen, ist keine gute Idee. Die extremen Temperaturunterschiede können dazu führen, dass das Glas springt – im schlimmsten Fall wird ein kompletter Scheibentausch notwendig. Zudem gefriert das Wasser auf der Scheibe sofort wieder, sobald diese abkühlt. Auch lauwarmes oder kaltes Wasser sollte nicht verwendet werden: Zwar taut das Eis kurzfristig an, es friert jedoch rasch erneut fest und kann dabei sogar eine noch dickere Eisschicht hinterlassen.
Tipp:
Besser zum klassischen Eiskratzer oder zu speziellen Enteisungssprays greifen! Ein hilfreicher Trick kommt laut einem "Heute"-Lesereporter aus der eigenen Küche: Ein selbstgemachtes Enteiser-Spray lässt sich ganz einfach aus Essig und Wasser herstellen. Dafür werden drei Teile Essig mit einem Teil Wasser in eine Sprühflasche gemischt. Die Lösung anschließend auf den Scheibenfrost und einzelne vereiste Stellen sprühen – in kurzer Zeit sollte sich das Eis lösen.
Auch Spiritus oder Frostschutzmittel können bei gefrorenen Scheiben helfen und das Eiskratzen deutlich erleichtern. Dabei ist allerdings auf das richtige Mischverhältnis zu achten: Spiritus sollte im Verhältnis eins zu eins mit Wasser gemischt werden, Frostschutzmittel hingegen im Verhältnis zwei zu eins.
Wichtig ist außerdem, die gesamte Scheibe vollständig von Eis zu befreien und nicht nur ein kleines "Guckloch". Andernfalls drohen Strafen oder Probleme mit der Versicherung. Während der Fahrt empfiehlt es sich, das Heizungsgebläse auf die Windschutzscheibe zu richten und die Scheibenwaschanlage regelmäßig mit Frostschutzmittel zu nutzen.
No-Go:
Den Autoschlüssel mit einem Feuerzeug zu erhitzen. Die starke Hitze kann den Schlüssel selbst oder den Transponder – also den Chip für die Startfreigabe – beschädigen. Das Autotürschloss mit dem Föhn aufzutauen, bringt in der Regel auch nichts. In der kalten Umgebung kühlt die heiße Föhnluft so schnell ab, dass sie die Vereisungen nicht erst erreicht.
Tipp:
Ein Türschlossenteiser sollte im Winter immer griffbereit sein – allerdings nicht im Auto, sondern in der Jacken- oder Handtasche. Mit solchen Sprays lässt sich ein eingefrorenes Schloss rasch auftauen, und der Fahrt steht nichts mehr im Weg.
No-Go:
Mit Gewalt an der Autotür ziehen. Dabei kann die Türdichtung aus ihrer Verankerung gerissen und dauerhaft beschädigt werden. Stattdessen sollten du zunächst versuchen, von außen vorsichtig gegen die Autotür zu drücken. So lässt sich mit etwas Geschick das Eis aus den Zwischenräumen der Dichtungen lösen. Alternativ kannst du auch sanft gegen das Türblech klopfen.
Probier auch eine andere Tür aus: Vielleicht lässt sich ja die Beifahrertür leichter öffnen? Denn wenn du einmal im Auto sitzt, kannst du die jeweilige Tür von innen besser bzw. dosierter aufdrücken. Trotzdem wichtig: Vor Fahrtantritt muss sich die Fahrertür für eventuelle Hilfeleistungen nach einem Unfall auch von außen öffnen lassen.
Tipp:
Nimm eine mit heißem Wasser gefüllte Wärmeflasche und drück diese rund um den Türrahmen ans Blech. Wenn das nicht hilft: Heißes Wasser aus der Leitung vorsichtig rundum auf den Türrahmen gießen. Verwende aber auf keinen Fall kochendes Wasser, es kann den Lack beschädigen. Lässt sich die Tür wieder öffnen, solltest du die Türinnenseite und die Türdichtungen abtrocknen, um ein erneutes Einfrieren zu vermeiden.
Am besten werden Türdichtungen bereits im Vorfeld mit Fett- oder speziellen Dichtungspflegecremen eingerieben. So lässt sich das Festfrieren meist verhindern.
No-Go:
Den Motor im Stand warmlaufen zu lassen. Das ist nicht nur unnötig, sondern auch verboten, belastet die Umwelt und kann zu Strafen führen.
Tipp:
Moderne Motoren sind sofort fahrbereit und benötigen kein minutenlanges Warmlaufen. Sinnvoller ist es, vor längeren Kälteperioden die Batterie überprüfen zu lassen, um Startprobleme zu vermeiden.
No-Go:
Heckscheiben-, Sitz- oder Lenkradheizung dauerhaft eingeschaltet lassen.
Tipp:
Sobald die Heckscheibe frei ist oder Hände und Sitz warm sind, sollten diese Verbraucher wieder ausgeschaltet werden. Andauernder hoher Stromverbrauch belastet die Batterie unnötig. Gerade bei Kurzstrecken kann die Lichtmaschine den Strom nicht ausreichend nachladen, wodurch die Leistungsfähigkeit der Batterie sinkt.