Mehr als 3.000 Quadratmeter

"Etwas Gutes tun" – Mann verschenkt Millionenanwesen

Statt das Millionenvermögen zu verkaufen, schenkt ein 89-Jähriger sein Grundstück einer Stiftung. Dort sollen künftig leistbare Wohnungen entstehen.
André Wilding
21.07.2026, 10:30
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Ein Grundstück im Wert von rund zehn Millionen Euro einfach verschenken? Was für die meisten unvorstellbar wäre, wurde für Otto Gugger zur Herzensentscheidung. Der 89-jährige Architekt hat sein mehr als 3.000 Quadratmeter großes Anwesen in München einer gemeinnützigen Stiftung übertragen - mit einem klaren Ziel: leistbaren Wohnraum schaffen.

"Das bin ich meinem Papa schuldig"

Das Grundstück mit Wohnhaus befindet sich im Stadtteil Großhadern. Gugger betont, dass er das Anwesen nie als persönlichen Besitz gesehen habe. Gegenüber der "Bild" sagt er: "Ich habe das alles noch nie als meinen Besitz empfunden." Schon als Kind habe er das Gefühl gehabt, das Grundstück sei ihm lediglich anvertraut worden und eines Tages weitergegeben werden müsse.

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Geprägt wurde diese Einstellung nach seinen Angaben von seinem Vater. Dieser war der erste Arzt in Großhadern und errichtete das Haus im Jahr 1934. Er starb jedoch an einer Blutvergiftung, als Otto Gugger erst sechs Jahre alt war. Heute sagt der 89-Jährige zur "Bild": "Das bin ich meinem Papa schuldig. Mit diesem Haus müssen wir etwas Gutes tun."

Jahrelang nach Lösung gesucht

Gemeinsam mit seiner 91-jährigen, an Demenz erkrankten Schwester, beide kinderlos, suchte Gugger jahrelang nach einer passenden Lösung. Im Jahr 2025 brachte ihn ein Bekannter aus der Kirchengemeinde mit der Stiftung "Daheim im Viertel" zusammen. Die gemeinnützige Privatstiftung setzt sich gegen die hohen Mieten in München ein und schätzt den Wert des Anwesens auf rund zehn Millionen Euro.

Der Vertrag sieht vor, dass Gugger und seine Schwester bis an ihr Lebensende im bisherigen Wohnhaus bleiben dürfen. Gleichzeitig wurde vereinbart: "In den nächsten 60 Jahren darf das Grundstück nicht verkauft werden. So nehmen wir es vom Markt", so Gugger zur "Bild".

Auf dem Grundstück sollen künftig 25 bis 30 Wohnungen entstehen. Vorgesehen sind sie unter anderem für Pflegekräfte, junge Familien, Studierende sowie eine betreute Wohngemeinschaft. Vor allem Beschäftigte des benachbarten Klinikums sollen dadurch wieder leistbaren Wohnraum finden.

Entscheidung Mitte August

Die Entscheidung über den endgültigen Entwurf soll Mitte August fallen. Baubeginn könnte 2027 sein, die ersten Bewohner sollen Ende 2028 einziehen. Das rund acht Millionen Euro teure Projekt will die Stiftung zusätzlich mit zwei Millionen Euro an Spenden finanzieren. Rund 70 Prozent der Wohnungen sollen später um etwa 13 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten werden. Die übrigen Wohnungen sollen rund 20 Prozent unter dem Marktpreis liegen.

Aus einem Millionenanwesen soll so in den kommenden Jahren ein Wohnprojekt werden - für Menschen, die sich das Leben in München sonst kaum noch leisten können.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 21.07.2026, 10:30