Bittere Studie

Mieten-Alarm! Kosten fürs Wohnen sind explodiert

Wohnen wurde in Österreich seit 2015 massiv teurer. Was es jetzt kostet und wen das besonders trifft, zeigt eine Analyse von Statistik Austria.
Team Wirtschaft
13.06.2026, 15:15
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Die Wohnkosten in Österreich sind in den vergangenen zehn Jahren hochgeschossen. Das zeigt der Bericht "Wohnen 2025" von Statistik Austria. "Innerhalb von 10 Jahren sind die Wohnkosten in Österreich im Schnitt um 35 Prozent gestiegen. Dabei war das Plus bei Mietwohnungen mit knapp 40 Prozent am höchsten", sagt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, anlässlich der Präsentation in Wien.

Kosten sind um bis zu 41 Prozent gestiegen

Im Detail zeigt sich: Hauseigentum verteuerte um 19,1 Prozent, während es bei Eigentumswohnungen 32,8 Prozent waren. Bei Mieten ging es um 40,8 Prozent (Gemeinde), 40,4 Prozent (Genossenschaft) bzw. 38,7 Prozent (private Hauptmiete) nach oben.

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Wohnkosten-Entwicklung Österreich 2015 – 2025
Statistik Austria

Etwas weniger als die Hälfte der Haushalte lebte 2025 im Eigentum. Konkret waren es 47,3 Prozent. Davon entfielen 35,5 Prozent auf Häuser und 11,8 Prozent auf Wohnungen.

Zur Hauptmiete lebten 43,1 Prozent. Am häufigsten war die private Hauptmiete (19,5 Prozent), gefolgt von Genossenschaftswohnungen (17 Prozent) und Gemeindewohnungen (6,5 Prozent). Die restlichen Hauptwohnsitzwohnungen (9,7 Prozent) entfielen auf sonstige Rechtsverhältnisse wie kostenlose Wohnverhältnisse, Untermieten oder Dienstwohnungen.

Bis zu 50 Prozent der Verträge sind befristet

2025 waren, auch das wurde im Bericht erfasst, 50 Prozent aller privaten Hauptmietverhältnisse befristet. Im Durchschnitt betrug die Vertragsdauer 7 Jahre. Weitaus seltener kommen Befristungen bei Genossenschaftswohnungen (4,9 Prozent) und Gemeindewohnungen (3,8 Prozent) vor. Auch die Vertragsdauer ist mit durchschnittlich 12,4 bzw. 16,7 Jahren in diesen Mietverhältnissen deutlich länger.

Teuer wird es vor allem bei neuen Mietverträgen. Die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten lag 2025 bei 10,2 Euro pro Quadratmeter. Wer einen Mietvertrag mit einer Dauer von weniger als zwei Jahren hat, zahlte im Schnitt bereits 12,4 Euro pro Quadratmeter. Alte Verträge mit 30 Jahren und mehr lagen hingegen bei 6,5 Euro pro Quadratmeter.

Mieter zahlen am meisten

Der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen ist laut der Analyse über die Jahre hingegen weitgehend stabil geblieben. 2025 mussten demnach Haushalte in Österreich im Mittel 15 Prozent (2015: 16 Prozent) des Geldes für das Wohnen reservieren.

Je nach Kategorie zeigen sich aber erhebliche Unterschiede. Bei Hauseigentum gehen nur 9 Prozent des Einkommens drauf, bei Eigentumswohnungen 12 Prozent. Dann folgt ein großer Sprung zu Mieten. Bewohner von Gemeindewohnungen kommen auf 21 Prozent, bei Genossenschaftswohnungen sind es 23 Prozent, bei privaten Hauptmieten sogar 26 Prozent.

Wohnkosten setzen Ein-Eltern-Haushalten massiv zu

Bei Haushaltstypen zeigen sich ebenfalls erhebliche Unterschiede. Ein-Eltern-Haushalte und alleinlebende Frauen sind am stärksten belastet. Sie müssen mit 29 Prozent bzw. 28 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens für das Wohnen reservieren. Männliche Singles kommen allerdings ebenfalls auf 26 Prozent, Mehrpersonen-Haushalte mit Kindern auf 15 Prozent, solche ohne Kids auf 14 Prozent.

Auch die persönliche Einschätzung zeigt die Belastung deutlich: Mehr als die Hälfte der Ein-Eltern-Haushalte sprach 2025 von einer starken Belastung durch Wohnkosten, 37 Prozent von einer gewissen Belastung. Dazu kommt: Mütter mit Kindern leben mit 54 Prozent häufiger zur Miete als Väter mit Kindern (38,6 Prozent). Das treibt die Kosten zusätzlich nach oben.

Menschen mit Behinderung besonders betroffen

Menschen mit Behinderungen sind ebenfalls stärker betroffen. Während rund ein Viertel (24,9 Prozent) der Menschen ohne Behinderung von starken Wohnkostenbelastungen berichtete, war es bei Menschen mit Behinderungen 35,1 Prozent.

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