Ohne diese Metalle läuft nichts: Für Batterien, Windräder, Solaranlagen oder Wasserstoff-Technologie benötigt Europa sogenannte kritische Rohstoffe. Genau hier steckt die EU in einer heiklen Abhängigkeit von China.
Ein aktueller Bericht des Europäischen Rechnungshofs zeigt: Trotz zahlreicher Initiativen wird es der EU kaum gelingen, ihre Lieferketten bis zum Ende des Jahrzehnts ausreichend zu diversifizieren. Damit geraten sowohl die Klimaziele als auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas unter Druck.
China dominiert den Markt fast nach Belieben. Rund 60 Prozent der weltweiten Produktion kritischer Rohstoffe stammen aus der Volksrepublik, bei der Weiterverarbeitung liegt der Anteil sogar bei rund 90 Prozent.
Besonders brisant ist die Lage bei Magnesium: Satte 97 Prozent der Importe der EU-27 kommen aus China. Der Stoff ist unter anderem für Elektrolyseure zur Wasserstofferzeugung unverzichtbar.
Auch bei anderen wichtigen Materialien ist Europa stark abhängig. Große Teile des Bedarfs an Gallium, Germanium, Grafit, Wolfram, Arsen oder Baryt werden ebenfalls aus China gedeckt. Genau diese Rohstoffe gelten als Schlüssel für saubere Technologien.
Die EU-Kommission hat zwar 14 neue Handelsabkommen abgeschlossen und sucht weltweit nach Alternativen, doch die Prüfer sind skeptisch. Die EU-27 werde es "wahrscheinlich nicht rechtzeitig schaffen", ihre Abhängigkeit entscheidend zu verringern, heißt es im Bericht.
Kritik kommt auch von den Kontrolleuren selbst. "Ohne kritische Rohstoffe gibt es keine Energiewende, keine Wettbewerbsfähigkeit und keine strategische Autonomie", warnt Rechnungshof-Mitglied Keit Pentus-Rosimannus. Europa sei derzeit in gefährlichem Ausmaß von wenigen Ländern außerhalb der EU abhängig.
Um gegenzusteuern, plant die EU ein eigenes Rohstoffzentrum. Dieses soll Lagerbestände überwachen, Engpässe verhindern und die Versorgung koordinieren. Auch neue Handelsabkommen, etwa mit den Mercosur-Staaten in Südamerika, sollen langfristig Entlastung bringen.
Schlusspunkt: Ohne chinesische Rohstoffe bleibt Europas Energiewende vorerst ein Hochrisiko-Projekt - und Peking sitzt dabei weiter am längeren Hebel.