Kubilius hat am Sonntag in Schweden betont, dass die EU-Länder ernsthaft über die Gründung einer solchen Armee nachdenken sollten. Seine Idee: Eine stehende Truppe mit 100.000 Soldaten, die Europa verteidigen kann, falls die Amerikaner tatsächlich ihre Soldaten abziehen. Denn im Moment stellen die USA eine zentrale militärische Stütze für den Kontinent dar, berichtet "20 Minuten".
Die Vereinigten Staaten fordern ihre europäischen Partner schon länger dazu auf, mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen. Die US-Regierung hat sogar angedeutet, Truppen aus Europa abzuziehen, um sich stärker auf China zu konzentrieren. "In solchen Zeiten sollten wir uns nicht vor den drängendsten Fragen zu unserer institutionellen Verteidigungsbereitschaft drücken", sagte Kubilius.
Die Diskussion um eine europäische Armee ist nicht neu. Besonders die Haltung von US-Präsident Donald Trump zur NATO und zu Europas Sicherheit sorgt immer wieder für Unsicherheit. Zuletzt machte Trump mit Aussagen über Grönland Schlagzeilen. Er drohte sogar, die strategisch wichtige Insel notfalls mit Gewalt zu übernehmen.
Schon in seiner ersten Amtszeit wollte Trump Grönland kaufen. Seit seiner zweiten Amtszeit bekräftigt er immer wieder, dass die Insel zu den USA gehören soll – angeblich aus Gründen der nationalen Sicherheit.
Vorschläge für eine gemeinsame europäische Armee gibt es schon lange. Doch die Regierungen der einzelnen Länder sind skeptisch. Sie wollen die Kontrolle über ihr Militär nicht so einfach abgeben.