Made in Europe

EU-Plan bedroht günstige E-Auto-Förderung

Die EU-Kommission plant strenge Herkunftsregeln für E-Auto-Förderungen. Günstige Stromer mit asiatischen Batterien könnten leer ausgehen.
Technik Heute
05.03.2026, 17:26
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Die Europäische Kommission will künftig staatliche Förderungen für Elektroautos an strenge Herkunftsregeln knüpfen. Der sogenannte "Industrial Accelerator Act" soll sicherstellen, dass nur Fahrzeuge mit hohem europäischem Wertschöpfungsanteil von öffentlichen Geldern profitieren.

Für Käufer könnte das spürbare Folgen haben. Viele der derzeit verfügbaren und vor allem leistbaren E-Autos - auch Modelle deutscher Hersteller - verwenden Batterien aus Asien oder werden dort produziert. Diese Fahrzeuge wären nach den neuen Regeln nicht mehr förderfähig.

Wie chip.de berichtet, liegt der Entwurf der EU-Kommission bereits vor. Demnach müssen staatliche Förderprogramme, die den Kauf, das Leasing oder die Miete von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden oder Brennstoffzellenfahrzeugen unterstützen, künftig strenge EU-Ursprungskriterien erfüllen.

Batterie muss europäisch sein

Besonders streng sind die Vorgaben bei der Schlüsselkomponente Batterie. In einer ersten Phase genügt es noch, wenn Batteriesysteme in der EU montiert werden und einzelne Hauptkomponenten aus Europa stammen. Ab dem dritten Jahr müssen jedoch auch die Batteriezellen und die wertvollen Kathodenmaterialien aus der EU kommen.

Hintergrund ist der massive Verlust an europäischer Wertschöpfung beim Umstieg von Verbrennern auf Elektroautos. Während bei Benzin- und Dieselfahrzeugen 85 bis 90 Prozent der Wertschöpfung in Europa verbleiben, sinkt dieser Anteil bei vielen aktuellen E-Autos auf nur 20 bis 40 Prozent.

Autoindustrie ist gespalten

In der europäischen Autoindustrie sorgen die Pläne für eine deutliche Spaltung. Volumenhersteller wie Volkswagen oder Stellantis, die Milliarden in eigene europäische Batteriefabriken investieren, würden von den Regeln profitieren. Premiumhersteller wie BMW und Mercedes-Benz hingegen fürchten einen Handelskonflikt mit China, wo sie rund ein Drittel ihrer Fahrzeuge verkaufen.

EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné hat den Vorschlag bereits vorgestellt. Auch Handelspartner wie Japan, Südkorea, Kanada und Großbritannien könnten unter bestimmten Bedingungen einbezogen werden - sofern Freihandelsabkommen bestehen und Gegenseitigkeit gegeben ist.

Was das für E-Auto-Käufer bedeutet

Wer gerade ein günstiges E-Auto bestellt hat und auf eine Förderung hofft, könnte in eine schwierige Lage geraten. Sollte das bestellte Fahrzeug die neuen EU-Vorgaben nicht erfüllen, tragen Käufer die vollen Kosten selbst.

Bis die EU-Institutionen und die nationalen Regierungen Klarheit schaffen, bleibt der E-Auto-Kauf mit Blick auf mögliche Förderungen eine unsichere Angelegenheit. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich über den Produktionsstandort seines Wunschfahrzeugs genau informieren.

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