VW und Stellantis

Auto-Riesen schlagen Alarm und fordern "Made in Europe"

Europas Autoindustrie steht unter Druck – nun schlagen selbst die größten Hersteller Alarm. Zwei Konzernchefs fordern eine "Made in Europe"-Strategie.
Maxim Zdziarski
07.02.2026, 18:48
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Die Chefs von Volkswagen und Stellantis schlagen gemeinsam in einem offenen Brief an die Politik Alarm: Europas Autoindustrie steht unter massivem Druck. In einem gemeinsamen Plädoyer fordern Oliver Blume und Antonio Filosa eine klare "Made in Europe"-Strategie, um Arbeitsplätze, Wertschöpfung und technologische Unabhängigkeit zu sichern.

China-Autos überschwemmen Europa

Hintergrund ist der zunehmende geopolitische Wettbewerb. Handel und Industrie würden immer stärker als Machtinstrumente eingesetzt, während europäische Hersteller mit Importen aus Ländern mit deutlich niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards konkurrieren müssten. Dabei sei die Branche für Europa enorm wichtig: 8 Prozent des BIP und 13 Millionen Arbeitsplätze hängen an der Autoindustrie.

Besonders kritisch sehen die Konzernchefs die Abhängigkeit von Batteriezellen aus Drittstaaten. Zwar investieren europäische Hersteller Milliarden in eigene Batteriefabriken, gleichzeitig stehe man aber unter enormem Kostendruck, weil Kunden günstige Elektroautos erwarten. Billige Importe verschärfen diesen Zielkonflikt zusätzlich.

Förderungen für "Made in Europa"-Autos

Die Lösung der Manager: Fahrzeuge, die in der EU verkauft werden, sollen künftig unter vergleichbaren Bedingungen auch hier produziert werden. Öffentliche Gelder, Kaufprämien und Förderungen sollen gezielt europäische Produktion unterstützen.

Konkret schlagen VW und Stellantis klare "Made in Europe"-Kriterien für Elektroautos vor – etwa für Fahrzeugfertigung und Entwicklung, elektrische Antriebe, Batteriezellen sowie zentrale elektronische Komponenten.

Positive Anreize gefordert

Autos, die diese Kriterien erfüllen, sollen ein Label erhalten und von Kaufprämien, öffentlichen Aufträgen und CO₂-Vorteilen profitieren. Hersteller, die große Teile ihrer Produktion in Europa halten, sollen zusätzlich entlastet werden – etwa durch CO₂-Boni, um hohe Strafzahlungen zu vermeiden und das Geld stattdessen in europäische Investitionen zu stecken.

Die Botschaft ist klar: Europa muss sich entscheiden, ob es künftig nur Absatzmarkt für andere bleibt – oder weiterhin Industriemacht sein will. Richtig umgesetzt, könnte "Made in Europe" laut den Konzernchefs zu einer echten europäischen Erfolgsgeschichte werden.

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