Für Kinder unter 13 Jahren sollen TikTok, Instagram, Snapchat und andere soziale Netzwerke in der EU künftig tabu sein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert dafür eine einheitliche Altersgrenze – und auch für ältere Jugendliche sollen strengere Regeln gelten.
Vor dem Europaparlament machte von der Leyen am Mittwoch deutlich, wie das Modell aussehen soll. "Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren, kein eigenes Nutzerkonto unter 15 Jahren", forderte sie.
Für 13- und 14-Jährige soll Social Media damit nicht komplett gesperrt sein. Vorgesehen sind Profile mit eingeschränkten Funktionen und einer begrenzten täglichen Nutzungsdauer, "die von Eltern eingerichtet und beaufsichtigt werden".
Gleichzeitig nimmt von der Leyen die Betreiber der Netzwerke in die Pflicht. Ihre Angebote müssten für alle Minderjährigen sicher gestaltet werden. "Wir müssen keine Funktionen hinnehmen, die süchtig machen. Wir müssen uns nicht damit abfinden, dass Kinder in immer extremere Inhalte hineingezogen werden".
In mehreren EU-Staaten wird bereits seit Monaten über Einschränkungen für Kinder und Jugendliche diskutiert. Nun soll eine gemeinsame Regelung auf EU-Ebene folgen.
Entscheidend für die Umsetzung wäre eine zuverlässige Alterskontrolle durch die Plattformen. Von der Leyen will am Donnerstag in Straßburg einen konkreten Gesetzesvorschlag präsentieren. Danach müssen sich das Europaparlament und die 27 EU-Mitgliedstaaten damit befassen.