"Assoziierte" Mitgliedschaft

Von der Leyen will Kanada in die EU holen

Kanada könnte künftig deutlich näher an die EU rücken. Ursula von der Leyen bringt dafür eine "assoziierte" Mitgliedschaft ins Spiel.
Newsdesk Heute
16.09.2026, 10:24
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Kanada könnte künftig deutlich näher an die Europäische Union rücken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwägt laut AFP eine Form der "assoziierten" EU-Mitgliedschaft. Wie ein solcher Status aussehen könnte, ist allerdings noch offen.

Carney will "einzigartige Allianz"

Kanadas Premier Mark Carney war zuvor als erster ausländischer Regierungschef bei einer Rede zur Lage der Union im Europaparlament dabei. Am Donnerstag will er in Straßburg seine Vorstellungen einer "einzigartigen Allianz" zwischen Kanada und der EU präsentieren.

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Eine reguläre Mitgliedschaft strebt Kanada nicht an. Stattdessen sollen Wirtschaft, Sicherheit und strategisch wichtige Industrien enger miteinander verbunden werden. Im Gespräch sind unter anderem Kooperationen bei Energie, künstlicher Intelligenz, Verteidigung und kritischen Rohstoffen.

Kanada sucht neue Partner

Die Annäherung erfolgt vor dem Hintergrund des Handelsstreits mit US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte wiederholt davon gesprochen, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen. Carney wiederum will Kanadas Handel mit Staaten außerhalb der USA innerhalb von zehn Jahren verdoppeln.

Eine "assoziierte Mitgliedschaft" gibt es in der EU bislang nicht. Ein solches Modell müsste daher erst geschaffen oder über bestehende Abkommen organisiert werden. Mehrere EU-Staaten sollen zudem Vorbehalte haben.

Kanada und die EU sind bereits über das Freihandelsabkommen Ceta sowie eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft verbunden. Zudem beteiligt sich Kanada als erstes außereuropäisches Land an der EU-Rüstungsinitiative SAFE.

Beim nächsten EU-Kanada-Gipfel Ende Oktober in Montreal sollen konkretere Gespräche folgen. Ob daraus ein eigener Status entsteht oder bestehende Abkommen ausgebaut werden, bleibt offen.

red,16.09.2026, 10:24