In alter Frische

Europe: Ihr neues Album rockt wie wahnsinnig

Mit dem Album "Come This Madness" melden sich Europe eindrucksvoll zurück. Im Oktober rocken Joey Tempest & Co. in alter Frische in Wien.
Jochen Dobnik
26.09.2026, 17:18
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Nach neun Jahren ohne neues Studioalbum melden sich Europe mit "Come This Madness" (auf Deutsch: "Lass den Wahnsinn ruhig kommen") in alter Frische zurück.

Dabei setzt die Band auf eine etwas härtere Spielart, greift aber auch Elemente auf, die ihre erfolgreichen Jahre geprägt hat. "Dass wir später noch einmal zum Sound von 'The Final Countdown'  zurückkehren, hätte ich nie gedacht. Doch nun ist genau das passiert", lacht Sänger und Gründungsmitglied Joey Tempest im "Heute"-Interview.

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Europe gehören zu jenen Bands, deren Geschichte eng mit dem Rock der 1980er-Jahre verbunden ist. Ungewöhnlich: Bis heute spielen die Musiker in jener Besetzung zusammen, die damals an den großen Erfolgen beteiligt war. Stillstand soll es dennoch nicht geben: Auch auf dem neuen Album versucht die Gruppe, ihren bekannten Sound weiterzuentwickeln.

"Als wir 1989 in Wien gespielt haben [im Zuge der "Out Of This World Tour" in der Stadthalle], hab ich mir ein weißes Klavier auf der Bühne gewünscht. Und ich bekam einen Bösendorfer Flügel! Inzwischen hab ich ihn bei mir zuhause stehen und einige der neuen Songs sind auch darauf entstanden", erzählt der inzwischen 63-Jährige.

Doch wer auf Balladen, wie "Carrie" hofft, dürfte ein wenig enttäuscht werden. Einzig "This Time Of Year" nimmt ein wenig den Fuß vom E-Gitarrenpedal.

Inhaltlich beschäftigt sich das Album mit persönlichen Themen und aktuellen Entwicklungen in der Welt.

"Ich habe mich dabei auch von David Gilmour von Pink Floyd beeinflussen lassen und mich einfach mit Papier und Bleistift vor den Fernseher gesetzt. Aber letztendlich geht es um Unterhaltung, um Musik – und vor allem darum, Spaß zu haben!", erklärt Tempest die Entstehung u.a. des Titeltracks oder "In The Absence Of Grace".

In dieser Besetzung rockten die Schweden auch bereits schon 1984. Zwei Jahre später kam mit "The Final Countdown" der Durchbruch.
Andy Ford

Gastmusiker von Ghost und Opeth

Aufgenommen wurde "Come This Madness" im RMV-Studio in Stockholm. Das Tonstudio wurde von Benny Andersson (Abba) gegründet. Für das Album holten Europe außerdem mehrere bekannte Namen aus der Rock- und Metal-Szene ins Boot.

Als Gäste sind Tobias Forge von Ghost und Michael Åkerfeldt von Opeth zu hören. Produziert wurde die Platte von Tom Dalgety, der zuvor unter anderem mit Rammstein oder den Pixies gearbeitet hatte.

Um das Projekt abzuschließen und ihre Vision zu vollenden, wandte sich die Band an eine der angesehensten Legenden der Rockmusik, Mike Fraser (AC/DC, Van Halen, Metallica), der das Album abgemischt hat.

Tempest: "Es gibt jede Menge mitreißende Melodien und große Refrains, und wir haben hart an der Produktion gearbeitet. Wir hatten viel Spaß bei der Arbeit an dem Album im Studio. Das gesamte Album weist starke Bezüge zu unserer Vergangenheit auf, und ich glaube, viele Europe-Fans werden es lieben!"

Tour zum Jubiläum von "The Final Countdown"

Kurz nach der Veröffentlichung des Albums gehen Europe wieder auf Tour. Im Mittelpunkt steht dabei das 40-jährige Jubiläum von "The Final Countdown", jenem Album, das der Band ihren größten internationalen Erfolg brachte.

Die Stimme von Joey Tempest (Mitte) sorgt auch 2026 immer noch für Gänsehaut.
Linda Florin

Bei den Konzerten will die Band ihre bekannten Songs mit Material von "Come This Madness" – "drei oder vier vom neuen Album", so Tempest zur "Heute" – verbinden.

Am 17. Oktober machen Europe auch in den Wiener Gasometern halt (Nur noch Restkarten). Als Unterstützung ist die kanadische Rockband The Damn Truth mit dabei.

Für Europe treffen im Herbst somit zwei Kapitel ihrer Geschichte aufeinander: Während "The Final Countdown" nach vier Jahrzehnten erneut im Mittelpunkt steht, beginnt mit "Come This Madness" nach neun Jahren zugleich eine neue Phase.

dob,26.09.2026, 17:18