222 Spiele lang standen sie gemeinsam auf dem Feld: Luka Modric und Cristiano Ronaldo. Umso mehr schmerzt den kroatischen Mittelfeldspieler, welch brutale Wendung die Karriere des fünfmaligen Weltfußballers in den letzten Tagen genommen hat.
Zur Erinnerung: Ronaldo hatte mitten während des Nations-League-Lehrgangs des portugiesischen Nationalteams fluchtartig das Teamcamp im Privatjet verlassen. Zuvor war der 41-Jährige im Spiel gegen Norwegen nicht eingewechselt worden, obwohl er sich rund 30 Minuten lang warm gemacht hatte. Portugals Trainer Jorge Jesus hatte danach erklärt, den Star-Fußballer auch nicht für das Nations-League-Duell gegen Dänemark in die Startformation stellen zu wollen.
Mittlerweile ist durchgesickert, dass es zwischen diesen beiden Spielen eine Aussprache zwischen Ronaldo und Jesus gegeben hatte. In diesem Gespräch soll ein acht Punkte umfassender Text erstellt worden sein, den der 72-jährige Jesus dann in einer Medienrunde vorlesen sollte, sich so auch bei Ronaldo entschuldigen sollte. Das passierte nicht. Danach ergriff der 41-Jährige die Flucht. Am Dienstagabend schoss Ronaldo wortreich gegen Portugals Teamchef und war diesem "Wortbruch" vor.
Nun meldete sich nun auch Modric zu Wort. Den Kroaten und seinen langjährigen Real-Teamkollegen verbindet der Antrieb, auch im hohen Fußballeralter noch auf Topniveau spielen zu wollen. Beide laufen noch für die Nationalmannschaft auf – wenngleich dies bei Ronaldo künftig nicht mehr der Fall sein könnte –, beide sind noch als Kicker aktiv: Modric beim AC Milan, Ronaldo bei Al-Nassr in Saudi-Arabien.
"Cristiano ist der größte Spieler in der Geschichte Portugals, und er verdient einen anderen Abschied bei der Nationalmannschaft", wurde Modric vom Transfer-Experten Fabrizio Romano zitiert. "Es ist traurig zu sehen, dass Cristiano so etwas im eigenen Land widerfährt", schob der 40-jährige Start des kroatischen Teams an.
Modric hofft nun aber auf eine Einigung der beiden Seiten. "Ich glaube, dass sie eine Lösung finden und dass er einen großartigen Abschied bekommt. Ich weiß nicht, was da genau passiert ist. Aber ich hoffe, dass die Situation gelöst wird", so Modrix.