Der frühere deutsche Gesundheitsminister und jetziger WHO-Beauftragter Karl Lauterbach sorgt mit einer neuen Forderung für Aufsehen. Der SPD-Politiker verlangt gemeinsam mit einer WHO-Expertengruppe, die Klimakrise als "gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite" auszurufen.
Das ist dieselbe höchste Alarmstufe, die die Weltgesundheitsorganisation bereits bei der Corona-Pandemie verhängt hatte. Damals folgten weltweit Maßnahmen wie Maskenpflicht, Schulschließungen und Versammlungsverbote.
Der Ex-Minister spricht Klartext: "Klimawandel müsste eigentlich schon lange ganz oben auf der Agenda der WHO stehen", sagte Lauterbach dem "Spiegel". Besonders gefährlich seien die gesundheitlichen Folgen der Erderwärmung, heißt es weiter.
Der deutsche Ex-Minister sitzt in der elfköpfigen "Paneuropäischen Kommission Klima und Gesundheit", die vom Europa-Büro der WHO eingesetzt wurde. Das Gremium warnt in einem neuen Bericht vor massiven Folgen der Klimakrise für "Sicherheit, sozialen Zusammenhalt, Menschenrechte und Gesundheit".
Die Experten schlagen unter anderem ein eigenes WHO-Informationszentrum für Klima und Gesundheit vor. Außerdem soll die WHO künftig regelmäßig prüfen, wie gut Staaten ihre Gesundheitssysteme auf Hitzewellen und andere Klimafolgen vorbereiten.
Dafür müsste die Weltgesundheitsorganisation allerdings mehr Befugnisse und mehr Macht bekommen. Denn bisher kann die WHO wegen der Klimaerwärmung keinen globalen Notfall ausrufen.