Eine Woche vor dem Start der Fußball-WM wachsen beim ÖFB die Sorgen um mehrere Schlüsselspieler. Beim dritten Training in Santa Barbara fehlte Kapitän David Alaba erneut auf dem Platz und absolvierte nur ein individuelles Programm. Der Verteidiger laboriert seit dem Testspiel-Sieg gegen Tunesien an einer Oberschenkelverhärtung und wartet weiterhin auf seine Rückkehr ins Mannschaftstraining.
Doch Alaba war nicht der einzige prominente Ausfall. Auch Marko Arnautović, Marcel Sabitzer und Florian Grillitsch fehlten bei der Einheit. Der ÖFB erklärte die Abwesenheiten knapp mit "Belastungssteuerung" und versuchte, die aufkommenden Sorgen zu dämpfen. Im Teamumfeld wird betont, dass Alabas Aufbauplan ein normaler Prozess sei und keine größere Verletzung dahinterstecke.
Trotz der Entwarnung steigt die Nervosität vor dem WM-Auftakt. Alaba hat seit seiner Auswechslung gegen Tunesien kein Mannschaftstraining mehr absolviert. Bereits Anfang der kommenden Woche soll der Abwehrchef aber wieder mit der Mannschaft arbeiten. Ein internes Testspiel am Mittwoch soll schließlich zeigen, wie fit Österreichs Stars kurz vor dem Start ins große WM-Abenteuer tatsächlich sind.
Am späten Sonntagabend schätzte Ex-ÖFB-Torwart Helge Payer in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Martin Thür die Chancen der Österreicher bei der WM ein. "Wenn man sich die Qualifikation genau angeschaut, wenn man schaut, wie sich Österreich in den letzten Jahren entwickelt hat, dann ist es absolut ein Highlight", so Payer zur WM-Qualifikation Österreichs. 28 Jahre nach der letzten Teilnahme sei das aktuelle Turnier "etwas ganz Besonderes".
Österreich habe "einen unglaublich guten Kader", es sei "eine Mannschaft, die unglaublich gut zusammengeschweißt ist", so Payer. Ralf Ragnick habe es geschafft, nicht nur gute Spieler zu haben, "sondern als Team zu funktionieren". Der Ausfall des verletzten Christoph Baumgartner treffe das Team schwer, so Payer – ganz viele Beobachter hätten Baumgartner und Laimer als die Spieler genannt, die keinesfalls ausfallen dürften. "Absolute Katastrophe", so Payer.
Die "größte Herausforderung" werde indes "der Temperaturunterschied" nach einer Winter-WM in Katar sein, aber auch "das viele Reisen" sein, so der Experte. Es werde nicht nur eine Frage sein, wer die beste Mannschaft stelle, sondern welche Mannschaft sich am besten auf die Bedingungen einstellen könne. Payers Favoriten? Frankreich, Spanien, England und Portugal. Und Österreich? "Ich glaube, dass wir schon ein, zwei Runden nach der Vorrunde überstehen werden und dann ist es so, wer hat das beste Momentum."
Ragnick habe sehr viele gute Leute mit, vom Ernährungsberater bis zu Betreuern. "Das sind wir absolute Weltklasse, und das kann auch den Unterschied ausmachen."