Vom Rapid-Nachwuchs zum Liverpool-Star – und jetzt auf einer ukrainischen "Feindesliste". Der ungarische Teamspieler Milos Kerkez sorgt nach dem Nations-League-Duell mit der Ukraine für Aufregung. Der 22-Jährige wurde gemeinsam mit seinem Vater in eine umstrittene ukrainische Datenbank aufgenommen.
Der Hintergrund: Beim 0:1 der Ungarn gegen die Ukraine Ende September kam es auf dem Spielfeld zu einem Gerangel. Als Ungarn-Kapitän Dominik Szoboszlai mit Viktor Tsygankov aneinandergeriet, eilte Kerkez seinem Teamkollegen zu Hilfe und packte den Ukrainer am Kragen.
Die Szene allein hatte zunächst keine größeren Folgen. Doch ein Instagram-Beitrag seines Vaters Sebastijan machte aus dem Zwischenfall ein Politikum.
Kerkez' Vater veröffentlichte ein bearbeitetes Video des Gerangels und unterlegte es mit dem Lied "Russian Paradise" der russischen Rap-Gruppe AK-47. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sorgte die Musikauswahl nachvollziehbarerweise für Empörung.
Die ukrainische Datenbank "Myrotvorets" nahm daraufhin sowohl den Liverpool-Profi als auch seinen Vater in ihr Verzeichnis auf. Dort werden Personen geführt, die von den Betreibern als ukrainefeindlich eingestuft werden.
Wichtig: Die Plattform wird unabhängig betrieben und steht in keiner offiziellen Verbindung zur ukrainischen Regierung. Es handelt sich somit nicht um eine staatliche Sanktionsliste.
Kerkez selbst meldete sich nach der Aufregung zu Wort und distanzierte sich von Gewalt und Aggression. "Ich persönlich habe in meinem ganzen Leben niemals irgendeine Form von Aggression unterstützt und tue es auch jetzt nicht."
Der ehemalige Rapid-Nachwuchsspieler betont, dass sein Eingreifen auf dem Platz ausschließlich seinem Teamkollegen gegolten habe: "Ich bin kein Mensch, der irgendetwas, das anderen schadet, für akzeptabel hält. Gleichzeitig herrscht bei einem Fußballspiel immer eine gewisse Spannung, und im Spiel gegen die Ukraine habe ich lediglich unseren Kapitän, meinen Freund, verteidigt – und das hätte ich auch getan, wenn ein anderes Land unser Gegner gewesen wäre."