Ein 1:7 im ÖFB-Cup, hohe Wetteinsätze in Asien und Spieler, die für eine Manipulation Geld bekommen sollten – ein Fußballspiel aus dem Jahr 2020 beschäftigt die österreichische Justiz. Drei Männer müssen sich wegen teils versuchten schweren Betrugs verantworten. Der mögliche Schaden: bis zu 300.000 Euro.
Im Mittelpunkt steht das Erstrundenspiel zwischen dem damaligen Drittligisten Stadl-Paura und Austria Klagenfurt im August 2020. Die Oberösterreicher gingen im Wörthersee Stadion mit 1:7 unter. Laut Strafantrag soll bei der deutlichen Niederlage allerdings nachgeholfen worden sein.
Damit die Manipulation funktioniert, sollen damalige Verantwortliche den Spielern ausstehende Gehälter und eine zusätzliche Prämie von 2.000 Euro versprochen haben. Doch nicht alle Fußballer wollten mitmachen. Einige Spieler weigerten sich und meldeten den Vorfall.
Unter den Angeklagten befindet sich ein 55-jähriger Österreicher, der aktuell wegen Suchtgiftdelikten im Gefängnis sitzt. Er ist als Einziger teilweise geständig und gab an, rund 20.000 Euro verdient zu haben.
Auch ein 33-jähriger Montenegriner, der damals selbst für Stadl-Paura auf dem Platz stand, ist angeklagt. Sein Aufenthaltsort ist derzeit unbekannt.
Der dritte Angeklagte ist ein 43-jähriger Südkoreaner. Er war damals als Sponsor tätig und soll in Asien hohe Summen auf den Spielausgang gesetzt haben. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Wie viel Geld tatsächlich gewettet und gewonnen wurde, konnten die Ermittler nicht feststellen.
"In Asien wird in bar gewettet und in bar ausgezahlt, die Summen waren nicht mehr nachvollziehbar", erklärte Behördensprecher Markus Kitz gegenüber der APA.
Deshalb wird von einem möglichen Schaden zwischen 5.000 und 300.000 Euro ausgegangen. Ursprünglich hatten die Ermittler sogar einen Millionenschaden vermutet. Zwischenzeitlich stand auch eine Übergabe des Falls an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft im Raum.