Wie hart wird Manchester City nach dem Finanzskandal bestraft? Nach dem Schuldspruch der Premier League drohen dem englischen Topklub drastische Konsequenzen. Ein Finanzexperte bringt jetzt sogar einen historischen Punkteabzug ins Spiel.
City soll zwischen 2009 und 2018 über ein verschleiertes Finanzierungsmodell beinahe eine Milliarde Euro versteckt haben, war in 114 von 115 Punkten schuldig gesprochen worden. Der Klub hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Solange dieses Verfahren läuft, steht auch das endgültige Strafmaß noch nicht fest.
Fußball-Finanzexperte Kieran Maguire rechnet derweil jedenfalls mit heftigen Konsequenzen. Allein für die Deckung der Verfahrenskosten der Premier League könnten seiner Einschätzung nach "50 bis 60 Millionen Pfund" fällig werden – also bis zu 70 Millionen Euro. Dazu käme eine "substanzielle Strafzahlung".
Noch heftiger könnte es City sportlich erwischen. "Mein Bauchgefühl ist, dass wir in der Region von 50 bis 60 Punkten Abzug sind", sagte Maguire gegenüber "Talksport", hierfür hatte er auch vergleichbare Urteile gegen andere Vereine herangezogen und hochgerechnet. Auch das Verhalten des Klubs während der Untersuchung könnte seiner Ansicht nach Einfluss auf das Strafmaß haben.
Bei einem noch größeren Abzug wäre der Gang in die zweite Liga kaum mehr zu verhindern. "Wenn sie mehr als 70 Punkte abgezogen bekommen, sind sie quasi abgestiegen", erklärt Maguire. Bei 50 abgezogenen Punkten könnte City hingegen zumindest noch um den Klassenerhalt kämpfen. Das bezeichnet der Experte allerdings selbst als "Hollywood-Variante". So könnte City sich womöglich sogar retten und eine "Heldengeschichte" erzeugen.
Auch eine Aberkennung von Titeln oder ein Zwangsabstieg werden als mögliche Konsequenzen genannt. Die EFL, die auf der Insel die zweite bis vierte Liga verantwortet, soll sich ersten Berichten zufolge bereits mit der Premier League zusammengetan haben. Das heißt: Sollte C ity zwangsabsteigen, würde es in die fünfte Liga und damit außerhalb des Profifußballs gehen.
Welche Sanktionen Manchester City tatsächlich treffen, ist aber weiterhin offen. Klar ist: Sollte die Berufung scheitern, könnte auf den englischen Topklub eine Strafe historischen Ausmaßes zukommen.