Auch am Mittwoch wurden in Österreich wieder vereinzelt Hitzerekorde gebrochen. In Bad Deutsch-Altenburg hatte es 41,2 Grad, der höchste je in Österreich gemessene Wert. Dramatisch ist die Situation auch für heimische Landwirte.
Die Bauern müssen sich auf dramatische Einbußen bei der Ernte einstellen. Dazu war der stellvertretende Präsident der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, Lorenz Mayr, Studiogast in der ORF-"ZIB2".
Die Dürre trifft Österreichs Landwirtschaft heuer mit voller Wucht. Im Schnitt fallen die Erträge um rund 20 Prozent geringer aus, in der Ostregion liegen die Ausfälle teils sogar bei bis zu 80 Prozent. In einzelnen Fällen droht laut Experten sogar ein Totalausfall.
Die Lebensmittelversorgung sei zwar gesichert – insgesamt wurden rund 125 Millionen Tonnen Weizen produziert, so Mayr. Dennoch dürften die Ernteausfälle Auswirkungen auf die Preise haben. "Man wird das mit Sicherheit irgendwo spüren", sagt der stellvertretende Präsident der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer. In manchen Bereichen sei heuer lediglich ein Drittel der Ernte eines normalen Jahres eingefahren worden.
Zusätzlich verweist Mayr auf die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Höhere Preise seien notwendig, um gestiegene Kosten für Dünger und Diesel auszugleichen. Sollte in den kommenden Tagen und Wochen kein ausreichender Regen fallen, könnten die Ernteausfälle noch deutlich größer werden.
Auch die Viehhaltung gerät zunehmend unter Druck. Manche Landwirte müssen ihre Kühe bereits vorzeitig von den Almen holen und das Winterfutter schon jetzt verfüttern.
Die Landwirtschaftskammer fordert daher von der Politik rasche Hilfsmaßnahmen in Form von Dürre-Paketen. Wie diese konkret aussehen sollen, müsse noch ausgearbeitet werden. "Jeder Euro, der jetzt in die Landwirtschaft investiert wird, ist ein guter Euro für die Zukunft, damit wir die Lebensmittelversorgung in Österreich aufrechterhalten können", betont Mayr.