Streit um Pensionen

Länger arbeiten? Neuer ÖVP-General Gstöttner packt aus

Der neue ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner reagiert im Ö1-Morgenjournal auf Anton Mattles Vorstoß zur Pension. Was jetzt Parteilinie ist.
Newsdesk Heute
05.08.2026, 20:30
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Die ÖVP steht unter Druck. Nach schwachen Umfragewerten, internen Debatten und Kritik an fehlender Strategie muss der neue Generalsekretär Markus Gstöttner die Volkspartei wieder auf Kurs bringen. Im Ö1-Morgenjournal am 5. August 2026 sprach er über Pensionen, die Lage der Partei und Kanzler Christian Stocker.

Besonders brisant ist die Debatte um das Pensionsalter. Tirols Landeshauptmann Anton Mattle hatte gefordert, dass ein Pensionsantritt erst nach 45 Arbeitsjahren möglich sein soll. Gstöttner legte sich im Interview nicht auf diesen Vorschlag fest, machte aber deutlich: "Im Regierungsprogramm ist keine Erhöhung des Pensionsantrittsalters vorgesehen."

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Zugleich verwies der neue ÖVP-General auf die bereits angestoßene Pensionsreform. Diese habe im Kern das Ziel, das faktische Pensionsantrittsalter an das gesetzliche anzupassen. Das sei aus seiner Sicht "der notwendige erste Schritt" in einer größeren Reform.

Für die Volkspartei rückt Gstöttner dabei das Schlagwort Generationengerechtigkeit in den Mittelpunkt. Es gebe mehrere Vorschläge, die nun in der Partei besprochen werden sollen. Sein Ziel sei, "damit wir geeint einen Vorschlag der Volkspartei kommunizieren können".

Auch abseits der Pensionen muss Gstöttner eine angeschlagene Partei stabilisieren. Politologe Peter Filzmaier sieht die Steiermark als Warnsignal. Dort habe sich die ÖVP die Lage schöngeredet und sei am Ende "meilenweit hinter der FPÖ" gelandet. Ähnliches könne auch in Oberösterreich und Tirol passieren. Nachsatz: "Dann ist [in der Partei] der politische Teufel los".

Filzmaier vermisst vor allem Weitblick: "Was fehlt, ist eine Langzeitstrategie für die Jahre 2027-2029", sagt er. In aktuellen Umfragen liege die ÖVP mindestens 15 Prozentpunkte hinter der FPÖ. Skandale, unglaubwürdige Wahlversprechen und das fehlende Rezept gegen die Freiheitlichen hätten der Partei zugesetzt.

Gstöttner räumt ein, dass es eine Strategie über das Tagesgeschäft hinaus brauche. "Es ist auf jeden Fall so, dass eine Langzeitstrategie abseits des politischen Alltagsgeschäft wichtig und notwendig ist", sagte er. Das sei eine Priorität seiner neuen Rolle.

Den Kurs der ÖVP beschreibt Gstöttner klar als Mitte-rechts. Die Partei stehe für Leistung, Eigenverantwortung, Marktwirtschaft und Solidarität für jene, die Hilfe wirklich brauchen. In der Migration setze die Volkspartei auf Ordnung und eine klare Linie, bleibe aber pro-europäisch.

Bleibt Stocker Kanzler?

Kanzler Christian Stocker stellte Gstöttner demonstrativ den Rücken frei. Auf die Frage, ob Stocker fest im Kanzlersessel sitze, antwortete er: "Absolut! Er ist der richtige Mann, zur richtigen Zeit am richtigen Ort."

Gstöttner ist seit 1. August offiziell ÖVP-Generalsekretär. Der Wiener Politiker war zuvor unter anderem Landtagsabgeordneter, Kabinettschef von Karl Nehammer und in Kabinetten von Sebastian Kurz und Alexander Schallenberg tätig. Nun soll er eine Partei ordnen, die dringend Geschlossenheit braucht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 05.08.2026, 20:30
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