Experte will Österreich-Lockdown, um im Mai zu öffnen

Der Virologe Norbert Nowotny fordert einen Österreich-Lockdown, um im Mai tatsächlich öffnen zu können. 
Der Virologe Norbert Nowotny fordert einen Österreich-Lockdown, um im Mai tatsächlich öffnen zu können. viennaslide / picturedesk.com
Im Vorfeld des Corona-Gipfels der Regierung riet Virologe Nowotny dringend dazu, den Lockdown weiter zu verlängern und sogar auszuweiten.

Nachdem die Zahlen der täglichen Neuinfektionen in Österreich in der Osterwoche konstant knapp über 3.000 neuen Fällen lagen, war am Osterwochenende ein leichter Rückgang zu beobachten. Am Dienstag melden die Gesundheitsbehörden 1.935 Neuinfektionen. Jedoch man darf sich von diesen Zahlen nicht beirren lassen, denn: 

 "Die Zahlen jetzt zu den Feiertagen kann man natürlich nicht ernst nehmen. Die sind niedriger, weil einfach weniger getestet wurde", stellt der Virologe Norbert Nowotny gleich eingangs im Puls24-Interview mit Bianca Ambros klar.

Zu beobachten sei seit einiger Zeit ein zwar stetiger, aber langsamer Anstieg der Neuinfektionszahlen. Der Grund hierfür seien "die ganzen begleitenden Maßnahmen", wie etwa das vermehrte Testen oder die FFP2-Maskenpflicht. Doch aufgrund der sich rasant ausbreitenden britischen Virusvariante "sind die Intensivstationen im Osten voll - ursprünglich in Wien, jetzt auch in Niederösterreich", erläutert der Virologe die derzeitige Lage. "Die Zahlen, die wir derzeit haben, sind schlimm genug, denn die Intensivstationen stoßen an ihre Grenzen."

Lockdown für ganz Österreich

Angesichts der jetzigen Situation plädiert Nowotny daher auf bundesweit greifende Maßnahmen. Zwar seien regionale Maßnahmen gut und hätten sich in der Vergangenheit bewährt, "aber sie werden nicht ausreichen".

"Wenn wir im Mai - wie Sebastian Kurz gesagt hat - weitreichende Öffnungsschritte planen, dann wird sich das so nicht ausgehen."

➤ Aus diesem Grund rät der Virologe der Regierung beim Corona-Gipfel am Dienstag dringendst dazu, nicht nur eine Verlängerung des Lockdowns im Osten um zwei Wochen anzudenken, sondern jenen auch auf ganz Österreich auszudehnen. "Wenn das gemacht werden würde, (..) dann hätten wir eine Chance, dass wir mit den Zahlen runterkommen, um dann entsprechend im Mai großflächig öffnen zu können. Dieses Auf-Zu, Auf-Zu ist ja auch unbefriedigend."

Sofern es also zu einem längeren, bundesweiten Lockdown käme, so hätte man eine "gute Basis für Öffnungsschritte im Mai", ist der Experte überzeugt. Ohne bundesweiten Shutdown würde man es außerdem "gerade so schaffen, dass die Intensivstationen auf extrem hohen Niveau bleiben. Und das kann doch nicht Sinn der Sache sein."

Rückkehr zu normalem Leben

Positiver Dinge ist der Virologe, dass wir unter Einhaltung eines straffen Impfplans, schon bald wieder zu einem normalen Leben zurückkehren können - ohne Abstand und ohne Masken. Dies sei derzeit etwa in Israel zu beobachten, erklärt Nowotny. Sofern ausreichend Menschen immunisiert seien, "werden auch wir ein normales Leben zurückbekommen". 

"Aber: es geht einfach nichts an den Impfungen vorbei." 

Nun seien auch die Bemühungen der Politik zu beobachten, dass "nach diversen Versäumnissen" nun so schnell wie möglich zusätzliche Impfstoffe angeschafft werden, um die "impfwillige Bevölkerung so rasch als möglich" impfen zu können. 

 Laut der Einschätzung des Experten könnte es in Österreich dann im Herbst - "mit ein bisschen Glück schon im Frühherbst" - so weit sein, "dass wir wieder unser normales Leben haben".

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