Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht auf den 25. Februar in Fraham (Bez. Eferding) ab. Eine 25-Jährige aus Bad Schallerbach war kurz vor 23 Uhr auf der B134 in Richtung Breitenaich unterwegs, als sie in einer langen Linkskurve die Kontrolle über ihren Wagen verlor.
Der Pkw kam von der Straße ab, krachte gegen einen Schachtdeckel und anschließend mit voller Wucht gegen ein Brückengeländer. Das Auto überschlug sich und blieb auf dem Dach im rund einen Meter tiefen Lengauer Bach liegen.
Nur noch die Bodenplatte ragte aus dem Wasser. Die junge Frau hing kopfüber im Wageninneren, der Sicherheitsgurt war eingeklemmt. Sie konnte ihren Kopf gerade noch über Wasser halten, sich aber nicht selbst befreien.
Eine aktivierte Notfallfunktion auf ihrem Handy schlug Alarm und verständigte die Einsatzkräfte sowie eine Angehörige. Wenige Minuten später waren die Polizisten Alexander und Markus an der Unfallstelle.
Einer der Beamten stieg sofort in den eiskalten Bach und kämpfte sich zu dem Wrack vor. Gemeinsam schnitten die Polizisten den Sicherheitsgurt durch, zogen die 25-Jährige aus dem Fahrzeug und brachten sie ans sichere Ufer. Die Lenkerin wurde anschließend ins Linzer Unfallkrankenhaus gebracht.
Monate nach dem dramatischen Einsatz folgte nun die große Auszeichnung: Alexander und Markus von der Polizeiinspektion Eferding wurden am Dienstag im Ö3-Haus am Wiener Küniglberg als "Ersthelfer des Jahres – Polizei" mit dem Ö3-Verkehrsaward geehrt.
Überreicht wurde der Preis unter anderem von VP-Innenminister Gerhard Karner und Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ). "Die beiden Polizisten haben in einer extrem gefährlichen Situation keine Sekunde gezögert. Ihr Mut, ihre Entschlossenheit und ihr professionelles Handeln haben einer Frau das Leben gerettet – dafür gebührt ihnen unser größter Dank und unsere Anerkennung", erklärte Karner.
Auch Oberösterreichs Landespolizeidirektor Andreas Pilsl reiste zur Ehrung nach Wien und bedankte sich persönlich bei den beiden Beamten. "Als ich von der Geschichte gehört habe, habe ich Gänsehaut bekommen", so Pilsl. "Was meine beiden Kollegen hier geleistet haben, ist wahrlich heldenhaft."