Kärnten in Not: Das auch bei Inlandstouristen beliebte Urlaubsland kämpft seit Wochen mit einer massiven Trockenperiode. Den letzten ergiebigen Niederschlag gab es laut Experten Ende September 2025. Seither bleibt der Regen vor allem in den südlichen Regionen des Bundeslands weitgehend aus.
Die Zahlen sind alarmierend: In den vergangenen sechs Monaten fielen in Kärnten und Osttirol nur knapp 290 Liter Niederschlag - üblich wären rund 460 Liter. Besonders drastisch war der heurige März mit nur 19 Litern im Schnitt. Das entspricht einem Minus von rund 70 Prozent.
Vor allem die Regionen St. Veit, Feldkirchen und Gmünd in Kärnten sind stark betroffen. Und eine Entspannung ist nicht in Sicht. "Bleibt es auch die nächsten Wochen trocken, müssen wir mit geringeren Erträgen rechnen", sagte Erich Roscher von der Landwirtschaftskammer Kärnten zur "Kleinen Zeitung". Besonders Wintergerste brauche jetzt dringend Wasser.
Die Lage spitzt sich vor allem für die Bauern zu. "So eine Trockenheit habe ich noch nie erlebt", sagt Landwirt Josef Pirker aus Maria Saal im Zeitungs-Interview. "In der Glan ist kein Wasser und auch der Wasserspiegel im Brunnen sinkt." Hinzu kommen Frost in der Früh und Wind, der die Böden zusätzlich austrocknet. "Es ist Feuer am Dach", sagt Pirker.
Seit Jahresbeginn fielen bei Pirker laut eigenen Messungen nur rund 95 Liter Regen pro Quadratmeter - normal wären etwa 250. Für viele Landwirte geht es jetzt um die Existenz.
Dürre und globaler Klimawandel
Extremwetterereignisse wie Dürren lassen sich meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Fakt ist laut UN-Weltklimarat: Durch die Klimakrise werden Ereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Stürme häufiger und intensiver. Das heißt: Hitzewellen werden heißer und Dürren trockener.