Wer heuer noch nach Griechenland in den Urlaub fährt, muss sich auf einiges gefasst machen. In den letzten 30 Jahren ist die Durchschnittstemperatur dort bereits um 1,5 Grad gestiegen. Im Nordwesten des Landes sogar um mehr als 2 Grad. Und der Trend geht weiter steil nach oben.
"Wenn wir so weitermachen wie bisher, erwarte ich innerhalb von 30 Jahren weitere 1,5 bis 2 Grad", warnt Kostas Lagouvardos, Forschungsdirektor am National Observatory of Athens, gegenüber Utopia.de. Das wären bis zu 3,5 Grad mehr als früher.
Die Folgen sind schon jetzt dramatisch: 2023 blieb in Athen das Thermometer 300 Stunden lang über 30 Grad, auf der Peloponnes wurden 46,4 Grad gemessen. Besonders gefährlich ist die Hitze in der Nacht. "Hohe Nachttemperaturen bedeuten 30 Grad um Mitternacht. Der Körper kann sich nicht mehr richtig erholen. Wir haben einen dauerhaften Hitzestress – Tag und Nacht", so der Experte.
„Hohe Nachttemperaturen bedeuten 30 Grad um Mitternacht. Der Körper kann sich nicht mehr richtig erholen.“
Das kann zu Problemen im Herz-Kreislaufsystem führen und dadurch unter anderem das Risiko für Schlaganfälle erhöhen. Studien führen bereits zahlreiche hitzebedingte Todesfälle klar auf den Klimawandel zurück.
Die anhaltende Hitze macht die Vegetation extrem entflammbar. 2023 verbrannten in Griechenland 175.000 Hektar Land - das Vierfache des langjährigen Durchschnitts. Im Nationalpark Dadia wütete der größte je in der EU beobachtete Waldbrand. Rund um Athen gingen in den letzten acht Sommern 37 Prozent der bewaldeten Fläche verloren.
Auch 2026 starben bei einem Waldbrand nahe Thessaloniki bereits Menschen. Aktuell brennen dort sogar zwei Fabriken. Ende 2025 rief die griechische Regierung den Wassernotstand aus, weil die Athener Stauseen nicht mehr genug Wasser hatten.
Auch die Meerestemperaturen erreichen Rekordwerte: Die Oberflächentemperaturen stiegen 2024 gebietsweise auf über 30 Grad. "Das wurde im Mittelmeer noch nie gemessen", erklärt der Experte.
"Es wird immer häufiger Hitzewellen geben, auch in Mitteleuropa, in Gebieten, in denen die Menschen nicht daran gewöhnt sind", sagt Lagouvardos.
Laut der Forschenden hat sich Europa seit 1980 doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt. 2025 waren 85 Prozent der griechischen Bevölkerung von extremen Temperaturen um die 40 Grad betroffen. Die Fläche, die in Europa durch Waldbrände zerstört wurde, erreichte mit über einer Million Hektar einen Rekordwert.