In immer mehr Haushalten in Oberösterreich kommt derzeit kein Tropfen mehr aus dem eigenen Brunnen. Der Grund: Die Grundwasserstände sind vielerorts dramatisch niedrig – und eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) schlägt jetzt Alarm und rät betroffenen Hausbesitzern, sich an die öffentliche Trinkwasserversorgung anzuschließen.
"Die fortschreitende Klimakrise beeinflusst den Wasserkreislauf und damit die Wasservorkommen nachweislich. Das sehen wir gerade jetzt auch bei den trockenfallenden Hausbrunnen", warnt Kaineder. Besonders betroffen sind Gegenden, in denen Haushalte nicht ans öffentliche Netz angeschlossen sind und stattdessen auf eigene Brunnen angewiesen sind. Von großen Wasserversorgern gibt es zwar noch keine Störungsmeldungen – aber das könne sich rasch ändern.
Hintergrund der aktuellen Trockenheit ist das niederschlagsarme Jahr 2025. Die wenigen Regen- und Schneefälle reichten nicht aus, um die Grundwasservorräte ausreichend zu füllen. Auch die heurige Schneeschmelze wird laut Fachleuten der Abteilung Wasserwirtschaft im Land OÖ nur kurzzeitig helfen – eine echte Entspannung könne nur ergiebiger Regen oder intensiver Schneefall bringen.
Die aktuellen Prognosen klingen wenig optimistisch: Laut Geosphere Austria wird das Wetter in den nächsten Tagen zwar wechselhaft, größere Niederschläge bleiben aber aus. Anfang Februar wird es laut Ausblick sogar wieder deutlich trockener, erst zur Monatsmitte ist mit durchschnittlichem Niederschlag zu rechnen. Damit wird sich der Zustand der Grundwasserreserven kaum verbessern.
Das Land Oberösterreich will betroffene Hausbesitzer unterstützen: Wer die Möglichkeit hat, soll sich an eine öffentliche Trinkwasserversorgung anschließen. Dafür gibt es Förderungen – etwa für den Ausbau gemeinsamer Infrastrukturen in Siedlungen. "Wir unterstützen den Zusammenschluss zur öffentlichen Versorgung mit gezielten Programmen", betont Kaineder.