In OÖ kennt man Automaten inzwischen für vieles: Snacks, Energy-Drinks, Alkohol – und immer öfter auch fragwürdige "Legal Highs" wie Pillen oder Lachgas. Für den Kauf braucht man zwar meist einen Ausweis, doch der Jugendschutz lässt sich im Alltag leicht aushebeln.
Wenn nicht der Teenager selbst, sondern einfach jemand Älterer einkauft, ist die Hürde praktisch weg. "Heute" berichtete schon im Sommer 2024 ausführlich über die Problematik – und das schier endlose Hin und Her in der Politik.
"Lachgas ist ein psychoaktiv wirkender Stoff und ganz sicher nicht für den Alltagsgebrauch gedacht", warnte auch Rainer Schmidbauer, Leiter des Instituts Suchtprävention der Pro Mente Oberösterreich. Die Folgen könnten laut dem Experten dramatisch sein: "Bei regelmäßigem Konsum geht das bis zu Nervenschäden." Gemeint sind zum Beispiel Lähmungen, Herz- oder Hirnschädigungen.
Jetzt bringen die Grünen das Thema erneut auf die politische Tagesordnung – mit einer schriftlichen Anfrage an den zuständigen Jugendschutzlandesrat Martin Winkler (SPÖ). Sie wollen wissen, ob ihm der Lachgas-Missbrauch (und auch das Thema "Edibles" unter Jugendlichen) bekannt ist, was das Land konkret unternimmt, um den Konsum zu verhindern, und welche Aufklärungsangebote es zu Gefahren und Folgen gibt.
Dabei ist die Stoßrichtung klar: Vor allem der Vertrieb über Automaten und online müsse laut den Grünen verboten werden, weil der Jugendschutz dort nicht zuverlässig gewährleistet sei. Gleichzeitig verweist die Partei auf Schritte in anderen Ländern – etwa strengere Regeln in Deutschland, wo der Verkauf über Automaten und Versand zuletzt verboten wurde. In den Niederlanden und in Großbritannien sei Lachgas auch schon als Droge eingestuft.
Jugendsprecherin Anne-Sophie Bauer formuliert es deutlich: "Lachgas ist kein Witz. Es ist bei Missbrauch eine Gefahr für die Gesundheit der Jugendlichen." Die kurzen Kicks könnten langfristig "fatale Folgen" haben – in diesem Sinne sei Lachgas eine Droge und "gehört so wie andere Substanzen auch reguliert und für Minderjährige verboten".
Neben Verboten pochen die Grünen aber auch auf Prävention: Es brauche ein breites Angebot an Information und Aufklärung – und auch Eltern müssten sensibel werden. "Sie müssen wachsam sein, aufpassen, wenn plötzlich bunte Behälter oder unbekannte scheinbar harmlose Süßigkeiten im Kinderzimmer auftauchen", warnt Bauer.