Franco Colapinto könnte schon bald nicht mehr mit den Medien seiner eigenen Heimat sprechen dürfen. Alpine-Teamchef Flavio Briatore hat genug von den wiederkehrenden Hass-Attacken aus der argentinischen Fan-Szene – und droht seinem eigenen Fahrer deshalb mit einem Interview-Verbot für argentinische Medien.
"Wenn die Argentinier Franco unterstützen wollen, dann sollen sie Franco auf saubere, loyale Weise unterstützen. Nicht so, wie ich es auf Social Media sehe", stellt Briatore klar.
Sollten die Anfeindungen weitergehen, will der Alpine-Boss durchgreifen: "Wenn nicht, wird Franco irgendwann mit niemandem mehr sprechen. Wenn die Leute so sind, dann werden wir die Interviews mit dem argentinischen Fernsehen einstellen."
Auslöser für die letzte Hass-Welle am Alpine-Piloten war eine unglückliche Aktion beim Baku-Rennen. Colapinto verbremste sich beim Restart in Runde 36 und löste in Kurve eins eine Dreierkarambolage aus. Leittragender war Lando Norris.
Der McLaren-Star übte anschließend scharfe Kritik am Argentinier und forderte, dass die FIA bei derartigen Zwischenfällen künftig sogar Rennsperren in Betracht ziehen sollte. Damit zog der Weltmeister den Zorn zahlreicher Colapinto-Fans auf sich.
Im Netz entwickelte sich eine heftige Hasswelle gegen den McLaren-Star. Der Streit nahm schließlich bizarre Züge an. Selbst Argentiniens Außenminister Pablo Quirno schaltete sich öffentlich ein.
Auf X veröffentlichte er ein Bild von Norris' Kollision mit seinem Teamkollegen Oscar Piastri beim Kanada-GP 2025. Dazu schrieb er: "Sicher hat Lando Norris auch eine Strafe für den Fahrer gefordert, der beim Grand Prix von Kanada 2025 mit Oscar Piastri kollidiert ist. Ach, stimmt, hat er nicht."
Das Posting sorgt für enorme Aufmerksamkeit und heizte die Diskussion zusätzlich an. Alpine sah sich nach dem Rennen schließlich zu einer öffentlichen Reaktion gezwungen. "Wir halten es für notwendig, uns nach dem Grand Prix von Aserbaidschan erneut gegen Hass und Beschimpfungen im Internet auszusprechen", erklärte der Rennstall.